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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Gottes; er hat keinen andern Herrn über sich, als den Herrndes Weltalls; Sterblichen dient er mit der Gabe, die er em-pfangen hat von Gott, auf daß Andere ihm dafür geben, waser bedarf.

Nach solcher Hoheit und Unabhängigkeit zu streben, ist desChristen Pflicht. So war Jesus Christus unabhängig vonmenschlicher Willkür und Laune. Er trat ins Leben aus einemniedrigen Stande hervor; that, was die bürgerlichen Gesetzegeboten, gab dem Kaiser, was des Kaisers war; aber er fürch-tete im Bewußtsein unbescholtener Tugend Keinen, so gewaltigderselbe auch sein mochte. Arm war er, wenigstens nach dengemeinen Begriffen der Menschen arm. Er hatte kein festesEigcnthum und keine sichern Einkünfte, zuweilen nicht, wohiner sein Haupt legte. Er lebte mit seinen Jüngern von dein, wasdurch seine Wohlthätigkeit von dankbaren Herzen oder durch dieHändearbeit seiner Schwer gewonnen ward. Aber in seinerArmuth blieb er groß und frei, durch keine Verpflichtungengebunden, irgend etwas zu sagen oder zu thun, was seinenbessern Einsichten und heiligem Neigungen entgegenstrebte. Erward der Menschheit Lehrer und Erlöser, und erfüllte somitseine hohe göttliche Bestimmung auf Erden. Er geizte nicht nachirdischen Ehren und Acmtern, sondern blieb unabhängig, undwollte nur Ehre Gottes und die Erfüllung seiner heiligen Gebote,indem er Tugend und Gottseligkeit über Alles liebte und ehrte.Darum legte er keinen Werth auf der Menschen Gunst, und sohatte er nicht Ursache, ihnen zu schmeicheln, oder sich selbernach ihren Meinungen zu richten.

So war Jesus. Sv soll sein, wer sein Nachfolger heißenund an seiner Hoheit Theil nehmen möchte. Willst du es sein,groß sein unter den Großen; reich unter den Reichen; gebietendunter den Gewaltigen; ohne äußere Würde und Ehre, ohneTonnen Goldes, ohne äußere Macht, der Edelsten einer im Vokkesein? Mache unabhängig im bürgerlichen Lebendein eigenes Glück von anderer Leute Gunst undLaune. Es ist nicht schwer. Sei gewissenhaft, genügsam undbescheiden.