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Sei gewissenhaft; hüte dich vor jeder Handlung, vorwelcher du crröthen müßtest, wenn sie deinen besten Freund.noder deinen Feinden kund würde. Ein furchtlosesGewissenist der stärkste Schild gegen Tirannei; Niemand istleichter zu unterjochen, als wer sich einer bösen Sache bewußtist. — Klug sein, besser scheinen, als man ist, vermag etwas,um sich einiges Ansehen zu geben: aber erspähen Aridere nichtdeine geheime Sünde, so wird sie spät oder früh dein eigenesGewissen, oder ein von der Vorsehung Gottes ungeordnetesZusammentreffen der Umstände vcrrathen. Nur wer sich selbstkeinen stillen Vorwurf zu machen hat, darf vor fremden Vor-würfen nicht erschrecken, und muß nicht darauf denken , dieGunst Anderer durch unerlaubte Willfährigkeit zu bestecken.Mustere deine verschiedenen Neigungen, besonders diejenigen,welche dich wohl am leichtesten zu ungebührlichen Dingen Hin-treiben können, dich vielleicht schon zu Manchem verleitet haben,was du schwerlich wünschest, daß es Andere erführen. DieseNeigungen tödte in dir, indem du ihnen die Nahrung entziehst;enthalte dich jeder Gelegenheit, wo sie geweckt werden könnten;versuche es lieber, das Gegentheil von dem zu thun, wozu sie-ich machen möchten. Dies ist das entscheidendste Mittel, dichvon aller Menschenfurcht zu befreien. Wer ohne Menschenfurchtist, steht dem Mächtigsten gleich. Mancher Gewaltige bebt imSüllen vor der Redlichkeit seines Dieners, und die Tugenddes Knechts macht das schuldbewußte Herz des Herrn z'ttern.
Sei genügsam! — Der Mensch bedarf zu seines LeibesNahrung und Nothdurft äußerst wenig. Aber will er seinenGauinen kitzeln, hat er auch mit Tonnen Goldes nicht genug.Die meisten Leute würden in der That wenig gebrauchen, wennsie nicht mehr um Anderer als ihrer selbst willen Aufwand machenwollten. Es ist nur Einbildung und falscher Stolz, was unszu Verschwendern macht, nicht unser Bedürfniß selbst. Sogebrauchen wir viel, ohne daß Andere auch nur den geringstenVortheil davon haben. Wir selbst haben keinen größere» Nutzendadurch, als den, sagen zu können: »vir stehen keinen» Unsers-gleichen nach. — Sei genügsam mit dem Wenigsten, und du
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