Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
91
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O himmlischer Beruf, mit einem Herzen voller Liebe auchnur einen kleinen Theil der Welt, nur eine einzige Familie zubeseligen! Wer so viel gethan hat, o der hat in seinem Lebens-lauf genug geleistet der lebte in Gott, der wird leben mitGott.

So wie alles Wohl eines Hauses an die Tugenden einerguten Mutter geknüpft ist, hängt auch nothwendig an ihrenFehlern das Weh der Familie. Der Einfluß der Hausmutter istso groß, daß man aus ihrer Denk- und Handlungsart gemeinig-lich einen richtigen Schluß über die glückliche oder unglücklicheLage der Familie zu folgern im Stande ist; daß ein einziger ihrerFehler oft alle ihre andern Tugenden verdunkeln kann; daß ihrelasterhaften Neigungen das Hauswesen den Genossen desselbenzur Hölle machen; daß der Segen des Hausvaters vergebensbaut, wo der Fluch der Mutter wieder niederrcißt.

Leider, daß jenes Bild der ehrwürdigen Hausmutter nichtauf Jede passend ist, welche den Namen einer solchen trägt,und wir im gemeinen Leben weniger glückliche Haushaltungenfinden, als unter einem Volke gefunden werden sollten, welchessich zu der erhabenen Weisheit und Lehre Jesu Christi bekennt!Ost freilich ist daran die Unwürdigkeit des Hausvaters Schuld ;aber weiß die Mutter ihren Angehörigen und Kindern wohlvorzustehen, so versüßt sie das Bittere, was er verursacht, durchLiebe und verdoppelte Sorgfalt; so wird sie der Schutz und derTrost derer, die er bedrängt; sie übernimmt von Allen das Leidenund trägt es allein in ihrem Herzen. Das Haus ist auch beides Mannes und Vaters Fehlern noch nicht so elend, als es durchdie Schwachheiten und die Fehler der Hausmutter ist. Denn sieist fast immer und bei Allen nahe; ihr kann nicht ausgcwichenwerden; sie wohnet und wirket beständig in den wichtiger» undin den geringsten Geschäften der kleinen Familie.

Umsonst ist des Mannes Fleiß und Thun, wenn sie zer-streuungssüchtig, eitel, prachtliebend und verschwenderisch ist;wenn sie, um ihren Gelüsten ein Genüge zu leisten, was sie mitder rechten Hand erspart, mit der linken heimlich verschwendet;wenn sie im Hause zwar den Schein der Ordnung walten läßt,