um vor Andern zu glänzen oder doch nicht verächtlich zu werden,hingegen da, wohin nicht leicht der Blick der Fremden dringt,Unordnung befördert, und den Fremden, sogar den eiacnenGatten, betrügt. Daher entspringt so manches geheimeFamilienweh, woran Alle kränkeln, und was man doch Andernnicht gern offenbar werden läßt. Daher weicht von so mancherHaushaltung der Segen, und ist oft Mangel, wo man Wohl-habenheit oder doch hinlängliches Auskommen zu erwartenberechtigt sein sollte.
Umsonst ist guter Wille, Lust, Liebe und Freundlichkeit, wenndie Hausmutter nicht durch beständige Gleichheit ihres Gemüthsdie Heiterkeit Aller zu erhalten und zu nähren weiß, wenn ihrWort nicht den Betrübten beruhigen, ihr freundlicher Blick denZürnenden zur Versöhnung bewegen, ihr liebevoller Wink mehrausrichten kann, als ihr Eifern und Toben. Zwar ist es gewiß,daß die natürliche- Reizbarkeit, die größere Empfindlichkeit desweiblichen Geschlechts geneigter machen kann zu leidenschaftlichenAufwallungen, zur Verstimmung des Gemüthes: aber es istauch gewiß, daß- aus dem gleichen Grunde im Herzen desWeibes die Übeln Eindrücke leichter vorübcrgehen, und es seinerEmpfindungen wieder schneller Meister zu werden vermag; esist gewiß, daß diejenige eine gleiche heitere Gemüthsstimmungbcibehalten könne, welche vernünftig genug und entschlossen ist,nicht eigensinnig ihren finstern Launen nachhängcn und angehörenzu wollen; cs ist gewiß, daß man bei jeder lar cnhaften, zänkischenHausfrau voraussetzcn kann, sie habe eine schlechte, verwahrlosetcErziehung in ihrer Jugend genossen.
Dem Manne mag im Drang der Ilmstände und im stür-mischen Verhältnis) des Lebens oft der Ernst anstchen, und Kraftund Gewalt geziemen; das Weib empfing keine andere Waffe zumSiegen, als Güte, die Alles leitet; als freundliche Klugheit,die Allein auszuweichcn versteht, was Gefahr bringt; als einenliebevollen Sinn, der auch den Ungestüm des Wüthrichs endlichbändigt. Das Weib verläugnet seine von der Natur empfangenenVortheile, wenn es, so schwach es ist, mit Gewalt ertrotzenwill, durch zänkisches Wesen seine Anmuth und Würde entstellt.