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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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mehrung seines Gutes helfen. So ist der Geiz eine Wurzelalles Üebels. (1. Tim. 6, 10.)

Wie mit der untergehendcn Sonne die Schatten wachsen, sowachsen mit den zunehmenden Jahren die Neigungen des Geizes.Die natürliche Besorglichkeit des späten: Alters vermehrt denReiz zur Sparsucht und Kargheit.

Nicht Jeder, in welchem schon jetzt unmäßige Begehrlichkeitnach größer»: Vermögen wach geworden, wird sie in jenem Bildedes vollendeten Geizes erkennen. Aber dahin wird sie, ohneernstliches Ankämpfcn, ausartcn.

Es ist noch viel gewöhnlicher, daß mehrere Laster sichin einem und demselben Menschen das Gleich-gewicht halten, wodurch er zuweilen den Anschein vonnicht gänzlicher Verdorbenheit bekommt, als daß eineeinzige ungeheure Leidenschaft den ganzen Menschen verschlingt.

So gibt cs Viele, welche karg sind gegen ihre Hausbedicntcn,unbarmherzig gegen Leidende, gleichgültig gegen die bedrängteLage ihrer Blutsverwandten, ohne Schonung gegen ihre Schuld-ner Alles nur um Geld zu erwerben, dann aber hingegen mitdiesem rühmlos erworbenen Gewinn Pracht und Aufwand zutreiben, oder sich einen Namen zu machen, oder unter denSpielern zu glänzen, oder Wollüste zu befriedigen, und denGaumen mit köstlichen Gewürzen zu kitzeln. Hier ist also eineSünde nur Gehilfin und Magd der andern, und ihrer beiderverabscheuungswürdigcr Knecht ist der Mensch!

Dergleichen Fälle sind aber in: alltägl'chcn Leben nicht selten.Mit welcher Begierde und auf wie unrühmliche Weise wird hierund dort Geld zusammengescharrt, bald durch unläugbarenBetrug, der aller Gesetze spottet; bald durch listige Erbschleichern;bald durch Bedrängung der Schutzlosen Alles nur, damitHoffart und Hochmuth getrieben werden.könne! Mit welcherGrausamkeit wird Unglücklichen oft die nöthige Hilfe versagt,mit welcher Genauigkeit und Sparsucht das Gesinde behandelt,die ganze Haushaltung beschränkt, und dann ein üppiges Gast-mahl gegeben, wo in wenigen Stunden verschweigt wird, wasdas Glück einer armen Familie auf mehrere Monat? aemacktI. 4