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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Welch ein unruhiges, angstvolles Leben führt der Unglück-liche , welchen diese Leidenschaft foltert! Er sitzt an den Quellender Lebensfreuden, und dürstet; die Sorge um Geld und Gutlähmt seinen Geist zu allem Edlern, und schwächt die Gesundheitseines Leibes; er ist dürftiger als der Bettler, welcher freudig andem ihm zugefallenen Almosen schwelgt; er stirbt, und sah vondem ganzen Leben nichts, als Geld und Pfand - und Zinsbriefe,und verging unter beständigen Entbehrungen und Versagungen,um die todte Frucht seiner Mühen und Sorgen seinen Erben zuüberlassen, die ihn nicht hochachten konnten.

Nur der Zufriedene ist reich; darum ist der Geizige einesder unglücklichsten Wesen, weil er nie zufrieden sein kann. Nurder Wohlhabende ist geehrt und geliebt, welcher Freuden um sichzu verbreiten weiß; darum ist der Geizige verachtet, weil er inder Fülle seines Reichthums dürftig ist, und die Kunst, Glück-liche zu machen, nicht erlernen kann.

Die Aengstlichkeit und Unzufriedenheit, welche ihn beherrscht,verbreitet sich über Alles, was von ihm abhängt. Zänkisch imHauswesen, karg und unfreundlich in der Kinderzucht, mürrischund hart gegen Hausbedieute, kalt gegen Verwandte, wird erAllen eine Plage oder Abscheu. Er sicht nicht ohne bittereEmpfindungen den wachsenden Wohlstand des Nachbars, undder Neid verschlingt seine Seele. Er sicht einen Gewinn, derdurch Unredlichkeit zu machen wäre, die Gelegenheit ist zureizend, besonders wenn die Schlechtigkeit des Mittels nicht leichtin die Augen fällt: so wird ihm eine Falschheit verzeihlich,seine Treue wird verkäuflich, Wort und Eid werden umgangen.Für einen Vortheil, für eine Erbschaft, für ein einträglichesAmt opfert er Ehrgefühl, Versprechungen, Freundschaft, Dank-barkeit gegen Wohlthäter, Wahrheit und Unschuld hin; wird erVerleumder, Lügner, Schmeichler, Alles was man will, undbestürmt er den Himmel mit Gebeten, die Kirche mit Besuchen.Ihm gilt nichts für Tugend, als was ihm Zuwachs des Ver-mögens bringt; alle Laster werden von ihm entschuldigt, baldNothwcndigkcit, bald Klugheit geheißen, wenn sie ihm zur Ver-