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er gewonnen hat, um denselben zum Besten seiner HähernBedürfnisse, oder zum Vortheil der Seinigen undjedes Nothlcidenden anzuwenden. Alles dies liegtin dem Worte Sparsamkeit.
Aber ihrer Viele halten sich auch für sparsam, wenn ste ihrEigcnthum unvermindert bewahren, und nur dasjenige verzehren,was davon alljährlich ohne Nachtheil des Ganzen erübrigtwerden kann. Sie tadeln den Verschwender, dessen Vermögensichtbar kleiner wird; daß sie selbst aber Verschwender sind, haltensie für Unmöglichkeit. — Und doch sind sic es, wenn sie ihrenUcberfl'iß, statt damit zum Wohl ihrer Kinder oder zur Unter-stützung nützlicher Dinge hauszuhalten, leichtsinnig in den Stromoder in die verzehrende Flamme schleudern, um ein elendes,augenblickliches Vergnügen dabei zu haben. Wer ist aber thörichtgenug, sein Geld in Flammen und Strom zu schleudern, wocs Niemanden zu statten kommt? Was thut denn derjenige'anders, welcher seinen Gewinn an Spieltischen, oder bei prunken-den Festgelagen, oder in Leckerbissen des Gaumens und aufähnliche Weise versplittert? Er ist Verschwender, weil er seinGut nicht auf die nützlichste Weise, weder für sich noch fürAndere, anzuwenden verstand.
Wieder Andere dünken sich sparsam, indem ste diese Lebens-art verabscheuen, und das erübrigte Geld sorgfältig Zusammen-halten, um ihr Eigenthum zu vergrößern. Aber ihre einzigeLust am Vergrößern des Besitzes ist zuletzt das Vergrößern selbst.Sie sammeln Vermögen zu Vermögen, ohne Zweck. Sie wollenReichthum, ohne ihn anzuwenden. Sie lieben ihn nicht mehrals Mittel, sich angenehmen Lebensgenuß oder ihren NächstenNutzen zu schaffen, sondern um seines Selbstes willen. Siestürzen in die Fehler des Geizes. Ihr Fleiß ist eine ungenüg-same, rastlose Erwerbungssucht, eine immer geschäftige Begierdenach größer» Vortheilen. Ihre Sparsamkeit ist eine selbst-verderbendc Genauigkeit, eine gegen das Wohl oder Weh desAndern gefühllose Kargheit.
Der Geiz ist ein von der Mehrheit des menschlichen Geschlechtsmit Recht am meisten verspottetes oder gehaßtes Laster, besonders