Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
69
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mir nicht gleichgültig, ob ich mit dem mir von Gott verliehenenirdischen Segen wahrhaft weise Haushalte.

Ich thue recht daran, ich übe meine Pflicht, wenn ich, alsMensch, mein irdisches Vergnügen zu vergrößern suche. Weres unterläßt, fällt zuletzt Andern zur Last, wird ein unnützesMitglied in der Gesellschaft, und zehrt von fremdem Eigenthum.

' Ich muß arbeiten und mein Eigenthum vermehren, da ich nochKräfte habe und Gelegenheiten. Ich bin verpflichtet, mich sosehr als möglich von drückenden Nahrungssorgen frei zu machen,damit ich desto mehr den edlern Sorgen um meinen Geist nach-hängen kann. Habe ich ein genügsames Einkommen: so bin ichunabhängig von der Gnade und den Launen anderer Menschen,die oft unedel genug denken, uns unsere Armuth hart empfindenzu lassen. Habe ich etwas mehr, als ich bedarf, so habe ichsogar Mittel, Andern ohne meinen eigenen Schaden nützlich zuwerden, und meinen Wirkungskreis für alles Gute zu erweitern.Denn wer reich ist, oder auch nur wohlhabend, den ehren dieMenschen; aber die Achtung, das Zutrauen, welches mir durchmein Vermöge« erwächst, ist ein neues, ansehnliches Eigenthum,durch welches ich vielen meiner Nächsten ungemein wohlthätigwerden kann. Zudem, bin ich nicht auch schuldig, an meineärmcrn Verwandten und deren Unterstützung zu denken? andie Erziehung und Versorgung der Kinder, die nur Gott gaboder geben könnte?

Die Vermehrung des Eigenthums und Besitzes, durch Fleißund sparsames Haushalten, gehört also zu den ersten Pflichtendes Menschen, der unter Menschen leben will. Sinnlose Ver-schwendung ist gewissermaßen eine Selbstverstümmelung. Wersein Gut verschleudert, beraubt sich der nächsten Mittel derSclbstvervollkommnung und Wohlthätigkeit; schlägt seine Frei-heit in schwere Fesseln; wird der verachtete Sklave fremderLaunen, und bereitet seinen Angehörigen, wie sich, eine Zukunftvoller Sorgen, Schmach und Noth zu.

Das Schutzmittel des Weisen gegen den Druck eigener Armuthist: Arbeitsamkeit, um Vieles zu erwerben; Mäßig-keit, um wenig zu genießen; Freude am Ueberflusse, den