im Taumel der Zerstreuungen unter. Der wahre Christ erhebtsich und veredelt sich durch den Genuß glücklicher Stunden.Den Freuden des gewöhnlichen Menschen folgen Erschöpfung,Übersättigung, oft Reue; der wahre Christ fühlt nur das stilleEntzücken der Erinnerung; ihn verklärt nach jedem schönenTage eine schöne Abendröthe.
Weit entfernt also, daß der Christ das Vergnügen und dieAnlässe desselben fliehen sollte, wird er gern sich mit den Fröh-lichen freuen. (Röm. 12, 17.) Es erquickt sein gutes Herz,frohe Menschen zu seben und Fröhliche zu machen. Jesus miedden Anblick der zur Freude gestimmten Menschen nicht: er flossnicht von dem heitern Mahle der Hochzcitfeier zu Kana, und daes am Weine gebrach, verwandelte seine wohlthätige Hand dasWasser. (Ev. Joh. 2.)
Aber wie in jeder Angelegenheit des Lebens sich der Weiseunterscheidet vom Thoren, unterscheidet sich auch im Genuß derFreude und ihrer Art der Christ vom Leichtsinn des großenHaufens, der keine Religion hat, als die in äußern Zeichen underlernten Gebeten besteht.
Der Christ liebt Freuden und Vergnügungen,aber nur die erlaubten. Und ihm sind alle Freuden erlaubt,nur nicht diejenigen, deren Genuß Andern oder ihm selbst Nack--theil bringen und die Würde seines Herzens verletzen können.
Ach, wie groß und unermeßlich ist das Reich der Freude^welches uns Gott aufschloß, da er uns die Pforten seinerunendlichen Schöpfung öffnete, — da er unfern Seelen rief rtretet ins Leben! da der bunte Wechsel der Jahreszeiten mitBlumen und Früchten sind Winterstürmen an uns vorüberzog;dg die Familien der Menschen uns freundlich in ihren Schoo»aufnahmcn; da die Hoffnung in ewiger Jugend unsere Lebcns-begleiterin ward; da die Freundschaft uns in seligen Stundenan ihre Brust schloß; da unsere Arbeiten uns und Andernsegenvoll in Früchten glänzten; da uns die Tugend ihr stillesEntzücken gab; da die Gottheit sich in den Wundern unsererSchicksale offenbarte; da die Strahlen der himmlischen Gestirneuns Ahnung ewiger Freuden ins Herz gossen !