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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
61
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in fast beständiger Fröhlichkeit, weil sie ein freies Herz, einunbefangenes Gemüth hat. Aber die harmlose Empfindung ihresWohlseins verschwindet, sobald die Leidenschaften erwachen undSorgen erwecken. Seid allezeit fröhlich! heißt diesetwas anderes, als: seid allezeit tugendhaft, seid immerdarunschuldig in Gedanken und Thaten, wandelt beständig mitreinem Herzen vor euerm himmlischen Vater?

Wohin geht denn all unser Streben und Bemühen? Umglücklich zu sein. Wofür tragen wir des Tages Last undHitze? Um der süßen Ruhe desto ungestörter zu genießen.Warum sorgen und arbeiten wir? Um Freude zu ärnten.

So wie eine beständige stille Heiterkeit das Gemüth desMenschen am empfänglichsten für das Gute macht, die schönsteAnlage zur Tugend ist, eben so sind Vergnügungen überhauptgleichsam eine Arznei für den Körper, wie für den Geist.Wie Schwermut!) und Trübsinn die Gesundheit des Leibes- schwächt, so stärkt die Freude unsern Körper. Mancher Kranke,an dessen Bette die Kunst der Aerz.tt verzweifelte, ward durcheine kleine Freude gerettet! Der Geist würde zuletzt verderbenunter der Last der Sorgen,, wenn er nicht durch angenehmeZerstreuungen neue Kraft gewinnen könnte. Der frohe Menschist zu allen Geschäften am meisten aufgelegt.

Doch bewundernswürdig, wie der ruhig.? Muth des wahrenChristen unter den Stürmen des Lebens ist, soll auch seineBesonnenheit in den Stunden der Fröhlichkeit sein. Und wahrlich,es ist vielen Menschen leichter, standhaft und entschlossen imUnglück zu bleiben, als Maß und Ziel bei Anlässen der Fröhlich-keit zu halten. Denn im Unglück fassen wir unsere Kräftezusammen, und gebieten über dieselben mit Vorsicht; in derFreude aber überlassen wir uns nur zu gern aller Machtderselben, und geben uns dem Strome des Vergnügens ohneVorbedacht preis. Christliche Weisheit erscheint daher nochglänzender im Genuß der Freude, als im Kampf gegen die Noth.

Den gewöhnlichen Menschen reißt die Gewalt des Vergnü-gens fort; der Christ, Herr seines bessern Sclbsts, führt dieFreude an seiner Hand. Der gewöhnliche Mensch sinkt entnervt