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bringen Schatten und Licht, Sonnenschein und Gewitter,Thränen und Entzücken. Aber Gott sendet diese Stunden, undseine Hand will mich durch diesen Wechsel der Dinge veredeln,erziehen.
Ja, auch ich bin zur Freude geboren. Gott, voll ewigerLiebe, schuf diese Welt; darum kann sie kein bloßer Aufenthaltdes Jammers und der Trübsal sein. Gott, voll ewiger Liebe,will unser Glück — warum sollten wir uns einen Vorwurfdaraus machen, unser Wohlsein zu empfinden, das er mitväterlicher Hulo uns, seinen Kindern, bereitet! — Und daslebendige Gefühl unsers Wohlseins heißt — Freude.
Darum irren Diejenigen, welche einen beständigen Ernstempfehlen wollen, und die Fröhlichkeit heiterer Gemüther tadeln.Sie verkennen die Güte des liebenden Schöpfers, und ihrTrübsinn empört sich wider die wohlthätigen Einrichtungen derNatur. Ihr verstimmtes Herz möchte die ganze Welt in dieserVerstimmung sehen, damit sie nicht allein ständen. Aber Gottist ein Gott der Liebe, nicht ein Gott des Hasses; Gott ist einGott der Seligkeit, und nicht ein Gott des Jammers. — Ihnverherrlicht am schönsten das Glück und die Seligkeit seinerGeschöpfe; ihn verherrlicht am schönsten die Thräne der Freude.
Seid allezeit fröhlich! ermahnte eiir-er der vornehmstenBoten Jesu seine Freunde. (1. Thessal. 5, 16.) Ein fröh-liches Gemüth, ein heiterer Sinn sind sie sichersten Kennzeicheneines gesunden Leibes und einer gesunden Seele. Der vergnügteMensch kann nicht leicht darauf ausgehen^ Andere mißvergnügtzu machen; der frohe Mensch sieht nie gern Andere leiden.Stände es bei ihm, er würde seine angenehmen Empfindungender ganzen Welt mittheilcn, er würde alle Thränen abtrocknen,die geweint werden. Der Bösewicht kann zwar auch lustigsein, aber nicht froh und heiter. Der Lasterhafte kann sicheines gelungenen boshaften Streiches freuen, aber die Sorgendes bösen Gewissens verfinstern ihn bald wieder. Seine Freudeist kein reiner Himmel, sondern ein augenblickliches Wetter-leuchten zwischen schwarzen Wolken. Wahre Heiterkeit ist nureine Gesellschafterin der Unschuld. Daher sehen wir die Jugend