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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
54
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schien, und jeder Stand, jeder Beruf hat seine besonder« Reizeund Vorzüge. Was nun nicht unser Hauptgeschäft sein kannund darf, es darf vielleicht unsere einsamen Nebenstunden ver-süßen. Unser Verdienst vor Gott und Menschen ist um so größer,je mehr wir uns selbst überwinden, je wohlthätiger, nützlicherund musterhafter wir auch in derjenigen Lage sind, die unfernNeigungen nicht entspricht. Es ist ein Gott, es ist eine Zukunft,es ist eine Vergeltung! Und der du über das Wenige treu warst,und auch das schlechte LooS, was dir zugefallen ist, weiseanzuwenden wußtest, sei froh, Gott wird dich erheben, deinenKräften ein besserer Wirkungskreis werden. (Matth. 25, 21.1

Eine andere und weit gemeinere Ursache zur Unzufriedenheitder Menschen mit ihrem Stande ist verborgener Stolz undEhrgeiz, dem nichts genug ist. Nicht also ihr Stand,sondern ihre eigene Fehlerhaftigkeit macht sie unglücklich.Die Blödsinnigen! statt sie von sich zu schleudern, möchten sienur ihre bürgerliche Lage verändern. Und ständen sie auf einemThron, die Natur der Eitelkeit würde sie auch dort verwunden!Warum betest du so inbrünstig, und trägst Gott die thörichtenWünsche deiner Eitelkeit vor? Soll der allerhöchste Regent einDiener deiner kleinen Begierden sein, und die weise Weltordnungnach deinen Planen ändern? Vielleicht kränkt es dich, verkanntund zurückgesetzt zu sein; vielleicht sagt dir dein Selbstgefühl, duhabest mehr Geschicklichkeiten, mehr Kenntnisse, mehr Erfahrung,mehr Verdienst, als mancher Andere, der dir vom Glück vor-gezogen ist. Wohlan, dies kann Wahrheit sein. Aber bist du derEinzige, welchen das Glück vernachlässigt? Hast du überallden rechten Weg eingefchlagen, um dein Glück zu verbessern?Bist du in deinem Stande der Beste, der Ausgezeichnetste?^ Ist dein Ehrgeiz, mit welchem du Andere beneidest, auch in derThat ehrenvoll für dich?

Wenn du das Bessere nicht erhalten konntest, warum bist duunzufrieden mit dem Guten, was dir wirklich schon in deinerLage zu Theil geworden ist? Wenn dich ein rühmlicher Ehrgeizbeseelt, so sei froh, der Erste, der Vorzüglichste in deinem Beruf,statt ein Mittelmäßiger oder vielleicht der Letzte in einem andern