zu sein! Wenn dein Selbstgefühl dich nicht betrugt, so preist"dein Glück, daß du einer bessern Lage würdig bist, die du nichdhast, und beneide nickt den, welcher dir vorgezogen ist, ohnewürdig des Vorzugs zu sein. Wisse, es schlagt manches könig--liche Herz unter dem schlechtesten Gewand, uns manchen niedrigenMenschen deckt der Purpur der Hoheit. — Aber vor dem bessernTheil der Welt und vor des erhabenen Gottes Augen gilt der' Mensch nach dem, was er werth ist durch sein Inneres, nichtnach seinem Kleid und Rang. Liebe deinen Stand, und macheihn durch deine Kenntnisse, durch deine Verdienste ehrenvoll;Ser Stand muß dich nicht ehren.
Wieder Andere sind mit ihrem Berufe unzufrieden, weil sievarin keine Aussicht haben, großes Vermögen ein-zu sammeln. Sie wünschen Reichthum, um sich gute Tage zumachen, um Aufsehen erregen zu können. — Ungenügsamer^aber dennoch lebtest du bisher, und mehr soll dein Stand nichtsals dir Mittel an die Hand bieten, dich und die Deinigen zuerhalten. Gott hat uns alle zum Glück berufen, aber nicht Allengleiche Mittel gegeben. Er war es, der Hohe und Niedrige^Reiche und Arme, Herren und Knechte schuf, auf daß sie sichunter einander dienen. Wenn Andere reicher sind, als du, sindsie darum glückseliger? Wenn Andere reicher sind, als du, bistdu nicht auch wieder reicher,' als viele Andere, die im tiefstenElend schmachten ? Kannst du es selber wollen, daß ein Menschso vermögend sei, als der andere?. Und warum begehrst du nurfür dich den Vorzug, und nicht für alle Andere, die noch wenigerhaben, als du? — Bist du dieses Vorzugs würdiger, als die-Uebrigen?
Wohl kann der Fall eintreten, daß dein Erwerb geringerwird, ungeachtet du gern arbeitest. Krieg und Theurung könnenSir schaden — doch der Arbeitsame verdirbt nie. Wenn du inbösen Zeiten nicht genug hast, so war es deine Schuld, daß dnin den guten Tagen nicht für die schlechten spartest. Du büßestletzt nur für deinen Leichtsinn. Wenn du nicht genug hattest^war vielleicht dein Aufwand Schuld. Du wolltest eS Anderngleich thun, oder mehr thun, als sie. Nicht dein Stand, sondern