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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Sonntage das Fest, durch welches die Hoheit feiner Religio«siegreich bestätigt ward: die Auferstehung Jesu.

Der Sonntag ist d er Tag des Herrn, das heißt, derRuhetag aller Völker von den irdischen Geschäften und Gewer-ben, um von niedrigen Nahrungssorgen die Seele emporzuhebenzur Quelle ihres Ursprungs, zur Gottheit und zur Betrachtungihrer ewigen Bestimmung. Der Pflug des Landmanns ruht,die Werkstätten sind stille, die Schulen der Kinder sind ver-schlossen. Jeder Stand, jedes Alter schüttelt den Staub desWochentages ab, und sucht die Feierkleider hervor. So gering-fügig auch diese äußern Zeichen der Achtung für den Tag desHerrn sind, wirken sie doch mit hoher Gewalt auf des MenschenGemüth. Auch sein Inneres wird feierlicher und froher. Erwird geneigter zu stillen Selbstbetrachtungcn, und selbst seineErholungen von des Wochentages Mühe führen ihn zu Gott.

Lasset den Sonntag und die öffentliche Gottcsverehrung ausder Welt verschwinden, und ihr werdet binnen wenigen Jahrendie Verwilderung der Völker erleben. Von den Sorgen desLebens niedergedrückt, oder von der-Habgier unaufhörlich zurArbeit gespornt, wird der Mensch selten einen Augenblick finden,der ihn an seine höhere Bestimmung ernsthaft denken läßt. Nichtsfordert ihn mehr auf, für sein besseres Selbst und für das Zielseiner Unsterblichkeit zu leben; er wird nur für den flüchtigenTag der Erde vorhanden sein. Er wird weder aus Liebe zuGott groß und edelmüthig, noch aus Furcht vor dem Vergeltergerecht handeln; seine Religion wird fortan kluge Arglist, sei«Himlnel wird befriedigter Eigennutz sein.

Die Geschäfte des Wochentages zerstreuen das Gemüth; derSonntag sammelt dasselbe wieder. Die Sorge um Nahrungverwandelt sich in Sorgfalt für die Seele. Alleck schweigt, Allesruht, nur die Pforten des Tempels stehen offen.

Und selbst wenn das Herz zu keiner frommen Betrachtunggeneigt wäre, es wird durch die sanfte Macht des Beispielsin der großen Versammlung der Christen hinge-rissen. Wir sehen um uns Hunderte und Tausende derer ver-sammelt, mit welchen wir an einem und demselben Orte beisam-