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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
37
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men wohnen, mit welchen wir Freuve und Leid, das allgemeineGlück und Unglück des Landes tragen; wir sehen um uns herdiejenigen, welche früher oder später unfern Sarg zu Grabebegleiten, und uns die Thrä?.en der Freundschaft nachweineir.

Wir stehen unter ihnen da vor dem Allgegenwärtigenversammelt, als Mitglieder einer einzigen großenFamilie. Hier scheidet uns nichts mehr, was in der bürgerlichenWelt trennt; der Hohe ist in der Nachbarschaft des Niedrigen;der Arme stehet und betet an der Seite des Reichen; wie vorGott nicht der Rang, nicht das Ansehen der Person gilt, soauch hier in der Zusammenkunft seiner Familie. Wir alle sindhier nur Kinder des ewigen Vaters.

Schon daß der öffentliche Gottesdienst uns die ursprünglicheGleichheit aller Sterblichen so lebhaft darstellt, erhebt die Seeledes Christen. Es mahnt den Stolzen zur Demuth, den Nieder-gebeugten zum Muth. Keine andere menschliche Anstalt wirktvies ; nur die Kirche und einst der Tod führt die Sterb-lichen in die Gleichheit vor Gott zurück.

Wenn aber auch endlich dieser Anblick einer betenden Menge,dieser Tausende, welche mit tausend verschiedenen Angelegenheitendes Herzens vor Gott erscheinen, dich nicht zur Andacht lockenkönnte; wenn der feierliche Gesang, welcher von den frommenLippen einer ganzen Gemeinde zum Himmel steigt, dein zerstreu-tes Gemüth noch nicht sammeln könnte; denke: an diesem Tage,in dieser Stunde liegt auf dem weiten Kreise der Erde jeder Ver-ehrer Jesu betend vor Gott; zahllose Nationen beten zugleich mitdir; Fürsten sind von ihren Thronen gestiegen, und beten imGefühle ihrer Sterblichkeit zur Majestät des Unendlichen; selbstwo auf den Wellen entfernter Meere einsam ein christliches Schiffschwebt, erhebt sich über dem Abgrund des Meeres Gesang undVerherrlichung Gottes. Wie? und du allein könntest heuteschweigen? kannst nicht in daS Halleluja des ganzen Erden-bodens einstimmen?

Denke: auf dieser Stätte, wo du in der Kirche stehest, wer-den einst deine Enkel, deine Nachkommen anbetend stehen, wennNu nicht mehr bist. Auch hier werden sie noch dem gedenken!