Schöne als ein todtes, leeres, überflüssiges Gewohnheitsrverkvorkommt? Ist es nicht Eitelkeit, die dich leitet, daß du vormanchen Leuten als aufgeklärter, einsichtvoller gelten möchtest?Ist es nicht eine unzeitige Scham, die dich zurückhält, weil du beiPersonen, die den gemeinschaftlichen Gottesdienst vernachlässigen,und denen du hohe Einsichten zutraueft, auch für etwas mehrangesehen sein möchtest, als das gemeine Volk? Ist es am Endevielleicht nicht bloß dein Leichtsinn oder dein Hang zur Bequem-lichkeit, den du mit Einwendungen gegen den Nutzen gemein-schaftlicher Gottesverchrungen beschönigen möchtest?
Du sprichst: „Die Predigt ist für mich nicht immer erbaulichund belehrend. Was ich in der Kirche hören kann, das weiß ichschon." Es sei; aber auch ein geringer Redner sagt oft nützlicheDinge; und wie manche dir in deinen Verhältnissen wohltä-tige Wahrheit, an die du in Jahren nicht gedachthättest, wird dir unvermuthet in einer ernsten Stunde vor dieSeele gerückt!
Du sprichst: „Ich kann Gott eben so gut in meinem Hause,in meiner Kammer verehren, als in der Kirche." Wohl kannstdu cs; aber geschieht es? Bist du immer dazu gestimmt? Ziehendich nicht hunderterlei andere häusliche Zerstreuungen ab? Wirddein Gemüth nicht leichter zu schönen, wohlthätigen Empfindungenerwärmt, wenn du den Höchsten, den Vater Aller, in der Ge-meinschaft deiner Mitbürger verehrst?
Du sprichst: „Man würde lächeln, wenn ich wieder zurKirche ginge, und mich für einen Heuchler halten." Also nurdeine Eitelkeit hält dich von der Erfüllung einer schönen Pflichtzurück? Einer Pflicht, sage ich, die du deinen Mitbürgernzu erfüllen schuldig bist, unter denen du wohnest. Sei du im-merhin gelehrter, immerhin kenntnißreicher als sie, so daß duin der Kirche des Neuen wenig mehr erlernen könntest: warumgibst du, wenn du glaubst, mansche auf dich, man schätze dich —warum gibst du den Unwissender», den Rohern das erste undschlechte Beispiel, daß sie die oft für sie einzige Gelegen-heit versäumen, ihr Herz zu verbessern? Tadelst du selbst nichtdenjenigen, der das Ansehen der Regierungen und Gesetze