Gesundheit empfanden, und das vielleicht einst unser Sterbebettenthält, wird ein Tempel des Allerhöchsten.
Hier versammelt sich die kleine, durch die heiligsten Bandedes Blutes vereinte Gesellschaft, wenn ein süßer Schlaf derNacht ihre Gebeine erquickt hat. Sie bringt in goldener'Mor-genstunde dem gütigen Schöpfer das Opfer ihres Dankes imleisen Gebet; oder sie tritt noch am Abend zusammen, ihresvollbrachten Tagewerks froh und der Ruhe bedürftig. Ihr letzterBlick ist auf den erhabenen Beschirmer ihres Daseins gerichtet,und während am nächtlichen Himmel tausend entfernte Sonnenals glimmende Sterne die Herrlichkeit Gottes verkünden, wäh-rend vielleicht in tausend uns fremden Welten sein heiliger Namegefeiert wird, steigt auch unser Gebet durch die Stille der Nachtempor zu ihm, und er vernimmt's!
Diese Stunden der Andacht wirken selbst auf das Herz desunmündigen Kindes, wenn es Zeuge derselben wird. Es kenntnoch keinen höhern Gebieter, als seine Aeltern, und sieht die-selben voll demüthigcr Ehrfurcht beim Namen des unsichtbarenGottes. Die gleiche Ehrfurcht durchdringt sein Herz, und dieGewalt des Beispiels impft seiner Brust religiöse Gefühle ein,ehe sein Verstand fähig ist, sich von den Bewegungen Rechen-schaft zu geben, die in ihm Vorgehen. Daher gewöhne man auchdie Unmündigen frühe zur Ehrfurcht imAeußern währenddes Gebets. Denn es ist eine Rede zum unsichtbaren Schöpferund Erhalter alles Lebens. Das Kind begreift vielleicht nochnicht den Inhalt des Gebetes, aber den Sinn, welchen die ehr-erbietige Stellung ausdrückt. Nur durch das Aeußere und Sinn-liche wirkst du zuerst auf das zarte kindliche Gemüth. Es wirdschon die süßen Gefühle der Gottesliebe kennen, wenn sein nach-mals erwachender Verstand erst die Ursachen und die Wichtigkeitder Religion Jesu Christi erfährt.
Soll das Gebet fruchtbar auf die Herzen wirken, so sei esnicht immer und jeden Tag das nämliche Gebet. Nie muß das-selbe ein Spiel des Gedächtnisses werden, sondern aus demHerzen und aus dem rollen Bewußtsein entstammen. Was