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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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dem höchsten Wesen beschäftigt! Wie bald verstiegen die schöne»Eindrücke, welche ein göttliches Wort auf unser Gemüth gemacht!Wie bald sind die heiligsten Gelübde vergessen und die Thränen,welche sic begleiten, wenn man aus der Kirche wieder in diealten Verhältnisse, wie in eine ganz andere Welt, zurücktritt,und eine lange Woche hindurch nicht mehr daran denken kannund mag! Wie? sollen wir denn nur am Sonntage Chri-sten sein? Ist nicht jeder Wochentag ein Tag Gottes, einFeiertag?

Doch weichen wir mit Vorsicht jedem Mißverständnisse, jederfalschen Deutung aus, wenn wir von der häuslichen Gottes-verehrung reden! Es ist und soll nie damit auf Stiftunggrößerer oder kleinerer Zusammenkünfte verschiedener Personenund Familien abgesehen sein, welche gemeinschaftlich einen häus-lichen Gottesdienst verrichten. Denn wiewohl dergleichen Zu-sammenkünfte an sich keineswegs tadelnswürdig und unerlaubtsind, führen sie doch gar oft in der bürgerlichen Gesellschaftüble Folgen mit sich, denen der Christ, als Bürger desStaats, ausweichen soll.

Der Christ muß die Verhältnisse des bürgerlichen Lebensehren, und das Urtheil und Gefühl derer schonen, mit welchen erVerbindung zu haben genöthigt ist. Nie findet die Welt, nieauch der roheste Mensch, die Verehrung Gottes anstößig, wohlaber oft die Art, wie sie geübt wird. Das Ungewöhnliche, Aus-.gezeichnete erregt Aufsehen, und oft den Argwohn. ChristlicheDemuth will ihre Gefühle nicht kund werden lassen vor Jeder-mann. Einsam steht sie im Winkel des Tempels, während derPharisäer Aufsehen erregt durch sein Gebet an den Ecken derStraßen. (Matth. 6, 6.)

Wie schön, harmlos und jedes Vorwurfs frei ist dagegendie tägliche Andacht im engern Kreise jeder einzelnen Familie!Hier wird der Vater des Hauses, hier wird die fromme MutterPriester und Priestcrin des Allerhöchsten ; und dasselbe Zimmer,in welchem wir die Gaben dis ewigen Vat.rs genießen , dasselbeZimmer, welches unsere Thrän.m, enstre frohen Stunden sieht,dasselbe Zimmer, in welchem wir den Wechsel der Krankheit und