Selbstsucht; aber mehr stilles häusliches Glück, froher Much,Lust zu großen und gemeinnützigen Dingen.
Mit der sogenannten Verfeinerung der Sitten verschwandaus vielen Familien der schöne religiöse Sinn der Aeltern; manwählte wilde Zerstreuungen an die Stelle des ächten Lebens-genusses. Man jagte nach Glück in Außendingen, und hatte esschon in seiner eigenen Brust verloren. Man wollte mit unver-ständigem Wesen eine gewisse Geistesgröße zeigen, und verach-tete, wenigstens öffentlich, seine religiösen Gefühle zu äußern.Man schämte sich nicht, bei unanständigen, ausschweifendenGesellschaften gewesen zu sein, wohl aber im Tempel Gottesgesehen zu werden; man schämte sich nicht, schlüpfrige, Geistund Sitten verderbende Bücher gelesen zu haben, wohl aberbeim Lesen eines Andachtsbuches, eines moralischen Werkesoder der heiligen Schrift ertappt zu werden. So verwilderteallmälig manches Herz, indem es sich zu veredeln wähnte; eStrachtete nach dem Umgang mit Großen und Vornehmen, aberes schien sich des Umgangs mit Gott zu schämen; es schloß sichan Dinge, welchen sich auch das vernunstlosc Thier anschließt,und vergaß, daß der Mensch auch Bürger der Geisterwelt sei,und sich nur durch Verbindung mit Gott, dem höchsten allerGeister, veredle.
Aber der Leichtsinn und die Unsittlichkeit vieler Hausväterund die Thorheit vieler Mütter hat inzwischen das Glück, denFrieden und den Wohlstand angesehener Familien zerstört. Vielewerden vorsichtig zu der einfachen Lebensart der Väter zurück-kehren : möchten sie doch auch zu deren Tugenden zurück-kommen ! —
Auch die von Vielen vergessene häusliche Andacht wirddann wieder in den Kreis guter Familien zurückgeführt werden,und häuslichen Frieden, Trost im Unglück, und Frohsinn überjedes Tagewerk verbreiten.
Zwar hat die öffentliche Gottesverehrung in den Tempelnihren hohen Werth; aber wie bald wird sie oft zur tobtenGcwohnheitssache, weil in den Zerstreuungen des alltäglichenLebens das Herz endlich erkaltet, das sich außerdem nicht mit