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Die häusliche Andacht.
Ephks. 5/ 15 — 21.
Erhabner Gott, den tausend Welten preisen,Und dessen Ruhm der Wurm des Staubes singtUm dessen Thron des Himmels Sonnen kreisen,Vor dem der Seraph betend niedersinkt:
Auch meine Hütte will ich, Herr, Dir weih'n,Eie soll Dein Hciligthum und Tempel sein.
Und Deine Gegenwart wird sie verklären;
Wer mit mir wohnt, der soll Dein Priester sem.Aus unsern Herzen flammt, statt von Altären,Der Andacht Feuer hoch empor und rein.
Dem strahlt schon hier des Himmels Seligkeit,Der Deinem Dienst sein ganzes Leben weiht.
Es ist ein rührender, herzerhebender Blick, in dem Kreise einerfrommen Familie zu stehen, wenn sie sich mit dem Heiligstenund Erhabensten, was die Welt hat, mit der Gottheit, unterhält,Wen läßt die Thräne unbewegt, welche in dem zum Himmelgewandten Blicke einer Mutter zittert, wenn sie für das Leben,für die Gesundheit, für die Unschuld, für das Wohlergehenihrer theuern Kinder betet? Wer kann gleichgültig bleiben,wenn ein ehrwürdiger Vater, umgeben von seinen Hausgenossen,das Haupt entblößt, und nun, stehend für das Glück seinesHauses, sich zu dem König der Könige, dem allmächtigenGott, wendet? Wem bebt in seiner Brust nicht die schönste allerEmpfindlingen, wenn ein unschuldvolles, aufblühendes Kindmit gefallenen Händen zu dem unsichtbaren, ewigen Vater einGebet für seine Aeltern, für seine Geschwister, für seine Ge<spielen stammelt?
Ehemals — wer wird, wer kann es läugnen? — war inden fürstlichen wie in den bürgerlichen Familien noch mehrhäusliche Andacht zu finden, als gegenwärtig. Aber esläßt sich auch nicht läugnen, ehemals war auch mehr männlicheKraft, Rechtlichkeit und Großsinn; es war im Leben wenigerTändelei, weniger Leichtsinn, gehässiger Umtn'eb und widerliche