Druckschrift 
Die Rückkehr katholischer Christen im Großherzogthume Baden zum evangelischen Christenthume
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

41

will, so viel ist gewiß, daß die neue Gemeinde ausSchwärmerei) und Fanatismus nicht hervorgegangenist. Denn daß ihre Mitglieder von dieser Verirrungfrey- waren und frey blieben, beweiset mehr als allesdie Mäßigung und Ruhe, mit welcher sie urtheiltcnund handelten, so wie ihr bald gefaßter Vorsatz, einer ^schon bestehenden, geordneten kirchlichen Gesellschaft sichanzuschließen.

Meist sind die, welche mit ihrer Kirche brachen,alsbald als die heftigsten Tadler des aufgegebenenGlaubens und der verlastcncn Gesellschaft aufgetreten,und haben mit dein ungestümsten Eifer versucht, Je-dermann ihren neuen Glauben aufzudringen. So han-delten die Anabaptisten im sechszehnten Jahrhunderte,so Georg Fox und die ersten Quäker, so sind auchviele von denen verfahren, welche von der protestantischenzur katholischenKircheübergingen, wie z. B. der jüngstvielbesprochene Herr von Haller, welcher in demSchreiben schon, darin er seine Familie von dein er-folgten Uebertritte benachrichtigte, jeglichen Vorwurfund Tadel über die verlassene Kirche ergoß, seineVerwandten einlud, seinem Beyspiele zu folgen, undprophezeyete, daß nächstens eine Menge der angesehen-sten Protestanten ihre Kirche verlassen würde. Dasist die Handlungsweise der Schwärmerei) und derLeidenschaft. Wie ganz anders haben dagegen derPfarrer Hcnhöfer und der Freyherr von Gemmingen^ nebst denen, die ihnen folgten, obgleich die meistennur einfache Landleute ohne Wissenschaft und Welt-bildung waren, sich benommen! Der Pfarrer Hen-hofer begnügt sich in der oben erwähncken Schrift,welche er ausgehen lassen mußte, um seinen Austritt