40
renben Schriftstellern geschehen ist, den Katholicis»muS wegen der Befriedigung preisen, die er, mehrals jede andere Glaubensform und Anbetungsweise,dem religiösen Gefühle gewähre. Was die achtchrist-lichen Gefühle Hervorrufen und nähren kann, die De-muth, welche schuldbewußt vor Gott sich neiget, dieEhrfurcht vor dem heiligen Herrn und Regierer derWelt, die freudige Zuversicht zu dem himmlischenVater und die Sehnsucht nach dem, was drobenist, hat das evangelische Christenthum nicht wenigerals das katholische, und was der Protestantismusentbehrt, ist darum kein Verlust, weil es nur zur Be-friedigung einer sinnlichen Andacht dienet, welche mehrunterhält und ergöht als die Seele erhebt und diesittliche Kraft wecket und stärket. Einfacher und nüch-terner ist allerdings die von dem Protestantismus aus-gehende Frömmigkeit, aber so ist sie auch reiner undgeistiger, inniger und tiefer, und deßhalb derer amwürdigsten, welche anbetcn sollen im Geiste und in derWahrheit.
Die überwiegende Ansicht in der heutigen Weltist allerdings die rationalistische, und in ihr vornehm-lich findet der freyen Vernunftgebrauch fordernde undgestattende Protestantismus seinen Stützpunct. Auchdie pietistische Denkart und Weise aber stehet mitihm nicht im Widerspruche, und führet zu ihm mehrals zu dem Katholiciömuö hin, weßhalb ich in ihrerweitern Verbreitung, obgleich ich selbst sie wedertheile noch befördere, doch keine Anzeigen voneiner den Protestantismus bedrohenden Gefahr findenkann.
Mag man indessen hierüber urtheilen, wie man