nähme an dem ihm gewordenen Gntc zn führen. DiesesVerlangen trieb die Apostel, auszugehcn in die Weltund ihr das Evangelium zu verkündigen, und das gleicheVerlangen sprach in dem Worte und in der Schriftder Stifter der evangelischen Kirche sich aus. Nirgendsaber lesen wir, daß die Apostel eine Convcrtitencassc mitsich geführt hatten, niemals ist von den Stiftern unsrerKirche der Rath gegeben worden, durch Dragoner und durchConfiscationcn die Aufnahme ihrer Lehre zu befördern, undvon diesen Beyspielen geleitet enthalt sich die protestantischeKirche mit Recht jeglicher Art der Proselytenmachern),indem ihre Freunde und Vcrthcidiger durch das Wortallein ihre Sache führen und geltend machen, welchesVerfahren ihr zur Ehre gereicht, ohne ihr Nachthcil znbringen. Die katholische Kirche dagegen ist von jeher be-kehrungssüchtig gewesen, und wird es bleiben, so lange siefür die allein wahre und unfehlbare sich halt, und ihrePriester sich dünken lassen, daß sic Gottes Stellvertreterscyen; denn so lange sie als solche sich betrachten, wer-den sie auch Gottes Rechte sich anmaaßcn, und nicht Be-denken tragen, wenn sie die Macht dazu haben, auchdurch Leiden d.h. durch Zwang und Verfolgung dahin, wohinsie wollen, die Vcrirretcn zurück zu bringen. Je ver-werflicher aber solche Bckehrungssucht in ihrem Grundeund je schädlicher sie in ihren Wirkungen ist, indem siedie heiligsten Rechte des Menschen verletzt, zur Unredlich-keit und zur Untreue verführt und nicht selten den Friedender Familien stört: desto mehr habe ich für nöthig crach.tet,' den Grund ihrer Verwerflichkeit nachzuweisen, undden zu ihrer Rechtfertigung von dem ungenannten Vcr-fasscr gemachten Versuch in seiner Nichtigkeit darzu-stellcn.
Was ich über viele andere Gegenstände ihm crwic«dcrn könnte, halte ich aus den oben angegebenenGründen zurück; um so mehr da seine Prüfung mehreine Vcurthcilung oder Necension meiner Schrift,