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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Genießen hier der wahren Ruhe.

Denn außer Dir, o höchstes Wesen,

Besteht kein Senn!

In Dir allein, in keinen andern nicht.

Besteht des Geistes Seyn und Bleiben.

In Dir sind wir entledigt alles Wechsels,

Hier gehn wir ein in Deine Wesenheit,

Erschauen hier die Wahrheit in der Wahrheit,

Das ew'ge Leben in sich selbst vhn' alles Meinen;

Die Wahrheit nämlich ist in Allein wohl sich selbst gelingIn ihrem wahren Strahlenlichte.

Dort ruhen wir, dort sollen wir abgründlich ruhen;

Und hier entschwindet, hier verliert sich jeder Geist.

Doch dieß Verlieren, dieß EntschwindenIst eben erst das wahre, achre Finden.

Doch haftet noch mit Ungebühr dein HerzAn einem der geschaffnen Dinge,

Dann wirst du das wohl nimmermehr erfassen;

Und doch nur so erkennest du

Die höchste Ordnung, von der Wahrheit selbst bezeugt.Hier kannst du ohne alles MaaßDie Ordnung in der Einheit schauen.

Und bist du dann in diese Einheit aufgenommen,

Dann kennst du auch den form - und bildelosen Unterschied,Wo denn dieß form- und bildelose BildSicli in sich selbften einergiebt.

Dieß Ein- und Ausergeben zwarMacht einen Unterschied der Dinge;

Doch aber bleiben alle sie in einer Einheit ')

*) Die Seele wird über alle Kräfte geführt in eine göttliche Einheit,von welcher Niemand sagen kann, wie sie sey, so daß sie, so zu sagen,alle Unterscheidung verlieret, nicht zwar nach ihrem Wesen, sondern nachden Dingen, welche in die äußern Sinne fallen, den» in der Ein-heit wird alle Vielheit verloren, und die Einheitbringt alle Vielheit zusammen in Eins. Tauler am 2tenSonntag nach Epiph.