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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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unausgesetzt zu pflegen; mit einem Zaune würdest duihn umgeben, eine Kelter dir bauen, einen Thurm dareinsetzen, aus dem du deinen Ackerschatz unaufhörlich be-wachen und beschauen könntest. Wohl wäre das der rechteZaun, wenn du deine äußeren Sinne jedem Leichtsinne,jeder Zerstreuung, jeder Ueppigkeit schlössest und sie schauenließest in Las Leiden deines Herrn; das wäre der rechteThurm, wenn du deinen Geist erhöbest über alles Ge-schaffene hinan zu Gott, wo du ohne alle Gefährde ru-hen würdest in dem Ewigen und Unerschaffenen; auchwäre das die rechte Kelter, wenn die innigste Betrach-tung des Leidens unseres Herrn dein Herz so gewaltigergriffe, daß dir zuflösse der süße Most, der lieblicheTrank, daß du trunken würdest von ihm. Und nicht nurder edelste Wein, auch Korn in erquickender Fülle wächstauf diesem köstlichen Acker; du hast demnach zu deinerNahrung den edelsten Trank, die schmachvollste Speise,so esse denn und trinke das Beste und Nährendste! DerHerr ladet dich ein durch den Propheten H„ Esset dasFeiste und trinket Most und werdet trunken, ihr Aller-liebste!" O ihr Glücklichen, ihr Beneidenswerthen, dieihr das Köstlichste esset und trinket! wie müsset ihr wach-sen und zunehmen, ja überfließen von Seligkeit! KeinHagel, kein Reif kann verderben die edele Frucht desWeines und Brodes, kein Winter kann sie vernichten,es ist da eine immerwährende Erndte und Lese; und soviel du davon schneidest von der herrlichen Frucht, soviel du der süßen Trauben abnimmst, der Wein mindertsich nicht, nicht die unverwüstliche Frucht. Sammle, soviel du magst, baue die Scheuer so hoch und weit duimmer willst, grabe den tiefsten, geräumigsten Keller,die Scheuer wird voll der segensvollen Erndte, der Kel-ler vollauf gefüllet, je weiter der Raum, je größer derSegen.

*) Höhet. 5, >.

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