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Betrachtung des Leidens unseres Herrn. Das wollendann die, die draußen sind, tadeln und urtheilen denfreudigen Genießer, sie sind aber Sünder, diese Tadler,sie achten das Leiden des Herrn nicht, sie glauben Ihmnicht; wäre es, sie gingen wohl selbst fröhlich zum Sa-krament des Herrn, was ihnen sehr nütze und gnaden-reich wäre, tilgend ihre Sinnenlust, tilgend alles, wasungöttlich in ihnen ist, tilgend die Scheidewand, die siegeichet laben zwischen Gott und sich. Denn ein brennen-des, verzehrendes Feuer ist das Leiden unseres Herrn, esist jenes Feuer, das zu senden Er gekommen ist, daszu brennen Er gesendet hat; das Feuer der göttlichenLiebe, die Er spendet aus Seinen Wunden, das alleEroenlust, Fleischeslust und alle zeitlichen Dinge verzehret.
§. 9 -
Diese Freunde und Liebhaber des Kreuzes bedürfenaußer dem einzigen Rufe: Kommet herein, bleibet darin!keiner weiter» Mahnung ferner; denn eingegangen in desHerrn Leiden, durch und durch ergriffen von ihm, lebetin ihrer Seele nichts ferner, als Dank, innigster Dank ge-gen Den, Der sie hereingeführet hat, von Dem sie nunnicht mehr lassen können, Der sie auscrwähler als seineL-eblinae, wie es ehemals der Herr that mit seinen Lieb-lings-Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes, Der siesonderte und abführte von den Andern an einen beson-deren Ort und ihnen das Geheimniß Seines Herzensund Seines Leidens entdeckte und zu ihnen sprach:„Meine Seele ist betrübt bis in den Tod." Das wardoch gewiß ein offenbares Zeichen, daß Er sie mehr liebte,denn die Andern. So liebt auch dich Gott vor Anderen,wenn du liebest und bedenkest das Leiden unseres Herrn.Als Liebhaber des leidenden Jesus stehest du in SeinerNähe, stehest an der Quelle, kannst dich unmittelbar labenan der Quelle, von welcher unaufhörlich die göttlicheLsibe strömet, die dich berauschen wird zu einer so hef-tigen Gegenliebe, daß du Allem und Jedem entsagen kannstuns wirst, nur einzig Ihm nicht.