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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Menschen, und diese Gnade ist fruchtbar in dem Ge-ber, sie führet ihn mit dem Armen ins Himmelreich ein.

Z. 7.

Dein drittes Selbst, o Mensch, das du verläuz-nen uns dem du ganz entsagen sollest, ist die Lust dcSLeibes. Diese nun wirst du nicht sicherer und kräfti-ger überwinden, als durch anhaltende, innere Betrach-tung des Leidens und Todes unseres Herrn; lner wirddein Inneres gereiniget und geläutert. In dieser Läute-rung entzündet sich ein Licht, dessen Hitze jede Klessckes-lust ertödtet, dagegen in der Seele eine göttlich geistlicheWonne erzeuget, die alle Erdenlust übersteiget. Willstdu sie kosten, diese göttliche Wonne, lege deinen Mundan die Wunden deines Herrn, was du suchest, wird dirim vollen Maaße zuströmen. Höre nickt auf, trinkefort, göttlicher Trost, göttliche Süßigkeit wird dir rmreichsten Maaße werden; ja süß sind die Wunden unseresHerrn, heilbringend und freudevoll, erquickend das Herzmit himmlischem Troste! Trost suchest du ja; so suche ihndenn in den Wunden Jesu, hier wirst du ihn finden,wie du ihn nirgends finden und erhalten kannst. Be-steige den hehren Baum des Kreuzes, ruhe in seinemSchatten und genieße seine heilbringenden Früchte, dienie sich mindern, nie abnehmen.

§. 8.

Klage nicht über den Mangel der Gnade in dir, duhast dessen die einzige Schuld; warum suchest du sie nichtauf dem rechten Wege? warum suchest du sie nicht aufdem Wege des Kreuzes und des Leidens deines Herrn?Hier würdest du sie finden, und zwar im vollsten Maaßeund gesegnet mit himmlischem Troste. Lasse dich von derersten Bitterkeit, die du bei Betrachtung des Leidens un-sers Herrn empfindest, nicht zurückschrecken, diese Bitter-keit liegt nicht in ihm, sie liegt in dir, in deiner sinn-lichen Lust, der du noch stöhnest; diese muß und wird