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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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falle, der ihm statt wahrer, falsche Bilder unterschiebe?sagt es nicht Paulus, daß der Satans-Engel sich in einenEngel des Lichtes umstalten könne? Deshalb mahnet derApostel Johannes,nicht jedem Geiste zu trauen, viel-mehr die Geister wohl zu prüfen, ob sie aus Gott sind,oder nicht." Denn schwer sind ihrer Viele schon betrogenworden, die diese Geistcsprüfung übersehen, sich deshalb im blinden Selbstvertrauen in arge Irrthümer undin ganz falsche Freiheit, zu ihrem Verderben, gcstürzcthaben, und so jeder Besserung, jeder wahren Belehrungzur Rückkehr unzugänglich geworden sind.

§. 34 .

Wir haben Eingangs gesagt, die wahre Armuth desGeistes sey eine Aehnlichkeit mit Gott, und zwar dadurch,daß sie sey, wie Gott, ein von allen Dingen getrenntes,unabhängiges, in sich selbst bestehendes Wesen; ferner, daßauch daraus ihre Aehnlichkeit mit Ihm sich beurkunde, indemsie eine freie, von nichts gefesse te Kraft sey: und habendieses durch das bisher Gesagte zu erweisen gesuchet. Wirhaben demnach nun auch ihre dritte Aehnlichkeit, nämlichdas reine Wirken der Armuth, ähnlich demWirken Gottcv, darzustellen, und dadurch ihren höch-sten Adel und ihre höchste Würde zu erweisen.

Gottes Wirken ist ein reines Wirken; hat nun diewahre Armuth eine Aehnlichkeit mit Gott, dann muß auchsie so rein wie Gott wirken. Rein ist nur das Eine, dasvon Allein und Jedem Geschiedene; in dieser Einheit stehtdie Armuth, geschieden und ledig von Allem, darum istsie rein, und das Reine wirket rein. Dieses Wirken kannnun in vierfacher Weise genommen werden; Wirken ist,entweder das Nichtseyende zum Senn bringen, oder dasBestehende zu etwas Anderem machen, oder selbiges inbessern Stand setzen, als es zuvor war, oder die Sache zunichte machen, um eine andere an ihre Stelle zubringen.Diese vierfache Weise, zu wirken, hat nun die wahre,reine Armuth; sie machet aus Nichts Etwas, denn deralles und jedes Irdischen entledigte, von allem, was Gott