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stehet, weiß Niemand, so wie er, ist Keiner, so weit wieer, ist Keiner gekommen; dann gehet es an ein Urtheilen,Rezensircn, Hofmeistern, Belächeln Anderer, hoffähigesTadeln und Wägen, denn sein Urtheil ist untrüglich, scuiWissen unübertrefflich. Ihm fehlet nichts mehr, nur lei-der! die Tugend und die ächte Wahrheit, — die erstereachtet er nicht mehr, die zweite wähnt er zu besitzen,der Lehre des Glaubens und des Christenthums kann undwill er sich seiner ungeregelten Freiheit wegen ferner nichtfügen. So, in seinem natürlichen Lichte hinwandclnd,und in diesem alle Dinge erforschend, fallt er endlich natür-lich auch darauf, den Glauben zu meistern mit seiner Ver-nunft ch, mit dem Verstände ihn zu erfassen, was ihm
Die Phi'osophie ist gut, lieber Vetter, sagt Asmus >m drittenBande seiner sämmtlichen Schriften, und die Leute haben Unrecht, die ihrsogar Hohn sprechen : aber Offenbaruna verhält sich nicht zur Philosophie wieviel und wenig, sondern wie Himmel und Erde, oben und unten! Ichkann's Ihm nicht besser begreiflich machen, als mit der Seekarte, die Ervon dem Teich hinter seines scl. Vaters Karten gemacht hatte. Er pflegtegern auf dem Teiche zu schiffen, Vetter, und hatte sich deswegen aufseine eigene Hand eine Karte von allen Tieren und Untiefen des Teichsgemacht, und darnach schiffte er nun herum, und 's aing recht gut-Wenn nun aber ein Wirbelwind, oder die Königin von Otahite,oder eine Wasserhose Jchn mit seinen, Kahn und mit seiner Karte auf-genommen, und mitten auf dem Ocean wieder niedergesetzt hätte, Vetter,und Er wollte hier nun auch nach seiner Karte schiffen, das ginge nicht.Der Fehler ist nicht an der Karte, für den Teich war sie gut; aberder Teich ist nicht der Ocean, sieht Er. Hier müßt/ Er sich eine andereKarte machen, die aber freilich ziemlich in Blanco bleiben würde, weildie Sandlänke hier sehr tief liegen. Und, Vetter, schifft hier immer nurgerade zu; auf 'n Mccrwundcr mögt Ihr stoßen, auf den Grund floßtIhr nicht. — Hieraus mögt Ihr nun selbst urtheilen, wie weit die Phi-losophie ein Besen sey, die Spinnweben aus dem Tempel auszufegen. Siekann auf gewisse Weise 'n solcher Besin seyn, ja: mögt sie auch einenHasenfuß nennen, den Staub von den heiligen Statuen damit abzukehren.Wer aber damit an den Statuen selbst biUhanen und schnitzen will, seht,der verlangt mehr von dem Hasenfuß, als er kann, und das ist höchstlächerlich und ärgerlich anzusehen. Paulus, der Vieles in der Welt ver-sucht hatte, der auch n Sadducäec und l'»> i üsisprii gewesen, und her-nach eines andern war belehrt worden, bei allem seinem Enthusiasmusfür das neue System > doch aber in seinem Brief an die Römer d>'e Dia-lektic noch so gut treibt und versteht, als einer, dieser alte erfahreneMann sagt, und bringt daran'' ''eine alten Taqe in viel Arbeit und Fähr-lichkeit zu, u„d läßt sich fünfmal vierzig Streiche weniger Eins daraufgeben, „ daß der Friede Gottes höycr sey , denn alle Vernunft!" undso 'n Gelbschnabel will raisonniren. — Daß das Christenthum alle Hö-hen erniedrigen, alle eigne Gestalt und Schöne, nicht wie die Tu-