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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Wett ist vor Gott Thorheit." i. Cor. 3 / 18.19.D. i, für iweise muß sich keiner halten, der zur wah-ren Weisheit gelangen will; als Thorheit muß er an-erkennen, was diesem Zeitalter für Weisheit gilt, sodaß die Narren ihn für einen Thoren hatten, indemsie sich weise dünken; ihre Weisheit muß er nicht zuder seinigen machen, denn sie ist in den Augen GottesThorheit.

Das Büchlein selbst ist nach der Frankfurter Aus-gabe vom Jahre 1681 bearbeitet worden; bei diesermeldet der damalige Herausgeber: er sey einem imJahre 1448 geschriebenen Exemplare wörtlich, undwie er sich ausdrückt,ohne Parteilichkeit gefolget,und sey mit Fleiß kein einziger Buchstabe verändertworden." Diese Schreibart nun konnte ich freilichin einer neuen Ausgabe nicht beibehalten, wenn nichtdas Aeußere der günstigen Aufnahme des gehaltvollenInhalts, ja selbst der Deutlichkeit entgegenstehensollte. -Gewisse, Taulern ganz eigene, kräftige undscharf bezeichnende Worte wollte und durfte ich jedochihres wahren Reichthums wegen keineswegs bei Seitesetzen, denn daß Tauler unstreitig ein Meister unsererSprache und ein besonderer Versicherer derselben ge-wesen, wird nicht geläugnet werden wollen *). Diein erstgenannter Ausgabe befindlichen Paragraphenkonnte ich der Verständlichkeit und des Zusammenhan-ges wegen nur selten beibehalten.

*) Siehe W. Petersen's Preisschrift: Welches sind die Veränderungenund Epochen der deutschen Hauptsprache seit Karl dem Großen rc. in denSchriften der kurfürstlichen deutschen Gesellschaft in Mannheim, Bd. 3 .S. 117 l