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Betrachtungen über die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit der Gerechtigkeitspflege
Entstehung
Seite
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später in Betrachtung kommen dürfen) seine Schnellig-keit, ebenfalls nicht mit Unrecht, entgegensetzt.

Bei mündlicher Rede wird ein Gedanke in einerund derselben Minute gedacht, gesprochen und auchvernommen. Aber ehe der Gedanke ans dein Kopfdurch die Feder Zug für Zug auf das Papier gemahlt;ehe dann das Papier als stummer Gedankenträgerdem andern mitgetheilt; endlich das todte stummeDing durch das Lesen zum Reden gebracht wird:wie viele Augenblicke müssen steh da erst zu Minutenund Stunden sammeln! Wie kurz dort, wie langgedehnt hier der Weg der Gedanken ans einer Seelein die andere hinüber! dort Blitzesschnelle, hierBothenschritte!

Ferner: die Schnelligkeit der mündlichen Gedan«kenmittheilnng bleibt sich immer gleich bei noch so gro-ßer Ungleichheit der Personenzahl, an welche die Mit-theilung geschehen soll. Was Einer spricht wird zugleicher Zeit von Hunderten wie von einem Einzi-gen vernommen. Aber die Langsamkeit der schriftlichenGedankenmittheilung (von dem Drucke kann hier nichtdie Rede seyn) wächst in dem Verhältniß, in welchemdie Zahl der Personen sich mehrt, denen der Gedankezugedacht wurde. Soll eine einzige Schrift allen genü-gen , so kann sie jedem nur nach und nach sich mitthei-len , und fordert also einen Zeitaufwand zum Lesen,welcher verglichen mit der Zeit, deren ein Einzelnerzum Lesen bedarf, sich wenigstens um so vielmal ver-größert, als die Zahl der Köpfe sich mebrt, welche sichaus der Schrift unterrichten wollen. Soll mehren derGedanke durch die Schrift gleichzeitig mitgetheiltwerden; so wird dazu eine Vervielfältigung der Schrift