175
Besseres zu thun hatte, als sich mit den Neuigkeitendes Tages zu unterhalten. Doch hatten schwerlichselbst unter solchen Voraussetzungen die joi-eusi»-» esus-isruin snLustise anziehende Kreist genug, um einemRedner, wenigstens wenn er blos cle tuino, »ut tor-innla et iutei-clioto zu sprechen, und nicht etwa einenClodins, Milo, Verres oder andern dergleichenöffentlichen Character zu verhandeln hatte (2), jedes-mal ein hinreichend zahlreiches Publikum zu sichern.In Athen entzog sich wer nur immer konnte, derTheilnahme an den Gerichten; blos die Hefe desVolks beschäftigte sich mit der öffentlichen Gerechtig-keit, und um einen Taglohn von zwei Groschen sechsPfennigen (drei Obolen) und wegen der lockenden Aus-sicht auf Stimmenverkanf, fanden sich die sechstausendEhrenmänner zusammen, deren man zur Besetzung derzehn Gerichtshöfe bedurfte. Wer, wie Ag o r a kr it n sin den Rittern des Aristophanes (3), nicht beidem Bratwnrsthandcl seine Rechnung fand, bekam aufjene Weise von der Gerechtigkeit sein Brod; wer abernicht des Magens wegen der Gerechtigkeit bedurfte,machte sich weder auf, noch neben den Richterstühlenetwas mit ihr zu schaffen, froh genug, wenn sie nichtLust bekam, sich etwas mit ihm zu schaffen zu geben.—Auch der alte Deutsche besorgte lieber Hans und Feld,als er die Gerichte suchte, und die Furcht vor Bußenmuste ihm die Lust an Gerichtshandcln ersetzen, obgleichdiese nicht blos dürre Rechts-Erörterungen zu hören ga-ben, sondern auch in Feuerproben, Wasscrproben und
(2) (I e or s c o I e Diät. 37. 38.
(3) V. 1239. 1255.