Druckschrift 
Betrachtungen über die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit der Gerechtigkeitspflege
Entstehung
Seite
129
Einzelbild herunterladen
 

welche sich erst rüsten zum richterlichen Dienst im Geistedes Rechts nnd der Wahrheit (12).

(12) Auch die altdeutschen Schoppen entfernten sich gewöhnlichaus dem Ring und traten abgesondert zusammen, wenn der-jenige Schöppe > welcher vott dem Richter des Urtheils ge-fragt wurde (dem das Urtheil befohlen war) sich zuvormit seinen Mitschöppen zu berathen hatte. Dies beweist z. B-.ganz klar der Urtheilsbcief der Dorfsgcmeinde Castell (beiMainz) vom Jahre i356>. Hier heist es unter andern:dasprach der Schulthepz zu Heinrich Puntz sacken demSchöffen: Heinrich, das Vrtepl befelrn Ick dir vnd dinen>,Gesellen, daz Ir gecntvnd beravdcnl (beredet)vch darumbe- Dez gieng Heinrich mit sincnGesellen den Scheffcn, und beriet sich da-rvber, und qwam kam) wider für den Schult-hepsscn an daz Gericht, vnd sprach daz Vrteil alsofür sich vnd sine Gesellen: es wcre pme vnd si-lien Gesellen den Scheffcn wol knntlich, daß !e. S. Bod-manns Nheinga uische Alterthümer ll^ Abthsicxv. Anm. uu. S- 65?> Daraus crgiebt sieb übrigensauch, daß wenn der Scköppc welchem das Urtheil bechhlcitwar, ehe er das Urtheil (seine Meinung) gab, sich zuvor(um nicht abgestimmt z-u werden) mit seinen Gesellen berathe-te, alsdann die Urrh eilsfo lg e selbst (Abstimmung) nichtim Ringe (öffentlich) geschah; sondern das schon gefundeneUrkbcil von dem Unbeilgebenden Schvvpen in seinem undseiner Genosse» Namen blos öffentlich dem Richter einge-bracht wurde. Die Nichtöffentlichkett der Berathung er-hellet nicht minder aus der baier. LandesordnungHerzogs Georg v. I. Itlli. in den Worten:UNd soeiniger Rechtswtz zu.endlicher oder unterredlicher, Urtheilgeschieht/ so soll der vernünftigsten und rcdlich-st en U r t h e iI er ei n e r durch den Richter der Urtheilangefragt (werden., und ob der also angefragt wird,