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trag zu mehr nicht als zu einem bloßen Schein,die vorgebliche collegialische Berathung zueinem kecken Betrug, und das Nechtsprechenzu einem leichtsinnigen Spiele wird, von welchemdie ernste Gerechtigkeit erzürnt ihr Angesicht abwendet.Der berühmte Rechtsstreit über des Esels Schatten giebtdem Geschichtschreiber von Addern Gelegenheit, un-ter anderem folgende Bemerkungen über das Stadtge-richt dieser merkwürdigen Stadt in seine Erzählungeinzuflechten: „Seit undenklichen Zeiten, crzalt der-
selbe, „war es bei dem Stadtgericht zu Abdera Ob-„scrvanz, das gutachtliche Urtheil des Referenten, wie„es auch beschaffen seyn mochte, jedesmal entweder„einhellig, oder doch mit einer großen Mehrheit der„Stimmen zu bestätigen. Wenigstens hatte man seit„mehr als hundert Jahren kein Beispiel vom Gegen-theil gesehen. Es konnte auch, nach Gestalt der Sa-„chen, nicht wohl anders seyn. Denn während der Re-„lazion, welche gemeiniglich sehr lang dauerte, pfleg-ten die Herren Beisitzer eher alles andere zu thun,„als auf die rtoires llabllsiilll und clsoicleiicli Acht zu„geben. Die meisten standen auf, guckten zum Fen-„ster hinaus, oder gingen weg, um in einem Nebcn-„zimmer Kuchen oder kleine Bratwürste zu frühstücken,„oder machten einen fliegenden Besuch bei einer guten„Freundin, und die Wenigen, welche sitzen blieben und„einigen Theil an der Sache zu nehmen schienen, hat-ten alle Augenblicke etwas mit ihren Nachbarn zu„flüstern, oder schliefen wohl gar über dein Zuhören„ein. Kurz es waltete eine Art von stillschweigendem,,Kompromiß auf den Referenten vor und es geschah„blos um der Form willen, daß einige Minuten, ehe