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sam zu beobachten. Nahme ihr auch die Verborgen-heit nichts von ihrem innern Wesen, so entzöge sieihr wenigstens viel oder alles in der Meinung;bedürfte sie gleich nicht der Oesfentlichkeit nm gerechtzu seyn, so bedürfte sie derselben gleichwohl um nicht,selbst wo sie nur gerecht ist, ungerecht zu scheinen.
Da die Gerechtigkeit nicht in Person bei uns zuGericht sitzt; sondern
Die Richtenden, welchen KronionSeine Gesetze vertraut (I)
mehr nicht als sterbliche Menschen sind; so ziemt die-sen noch bei weitem weniger was der Gerechtigkeitselbst unziemlich seyn würde. Diese ist immer nur eineund dieselbe und kann niemals das Gegentheil von ihrselbst seyn: aber die Wescngattung, welcher sie ihr
eignes Amt stellvertretend zu überlassen genöthigt ist,trägt ein Haupt, das so zugänglich ist dem Irrthumwie der Wahrheit, dem Leichtsinne wie der Besonncn-bcit; hat eine Brust, worin weiter Raum ist für denHimmel wie für die Hölle; und hat einen Willeneben so fähig, des Rechts als des Unrechts, beweglichdurch Furcht wie durch Hoffnung, bestimmbar durchreine Gesetze der Gerechtigkeit wie durch unreine Nei-gungen und Leidenschaften. Diese Menschen, mit derWaage und dem Schwerdt der Gerechtigkeit in derHand, — wie mögen sie die, Verwaltung ihres Am-tes dem hellsten Licht vollkommncr Ocffentlichkcit ent-ziehen, und unter einer Form, welche ganz eigentlichdem bösen Unrecbt angehört, ihr Handeln, ganz oderzum Theil, verbergen wollen, ohne zugleich dem wohl-
(1) Homer II.