Dock seit einigen Jahren erwachte wieder in Deutsch-land die Erinnerung an die alten Verdienste dieses ed-len deutschen Geschlechtes, und unter den mannigfaltigenBestrebungen, das Neue alt und das Alte wieder neuzu machen, kam es den Deutschen in den Sinn, auchseuen verkommenen, verschollenen Familicnstamm wiederin das Leben einzuführen und von neuem zu Ehren zubringen. In der Begeisterung dieses Gedankens wußteman nur nicht gleich, wo man den Verlornen suchen undwiederfinden sollte. Siehe! da erscheint während desZweifelns und Rathens ein Herr aus jener französischenFamilie, zeigt sich an Deutschlands Grenzen, legt seinenStammbaum vor, der bis unter König Chlodwig zujenem aus Deutschland ausgewanderten Stammvater zu-rückgeht , und empfiehlt sich hicmit uns als einen deut-schen Landsmann, welcher der gesuchten Familie ange-höre, folglich zur Wiederaufnahme und zu der Zugedach-ten Erhebung mit allen gebührenden Rechtstiteln ver-sehen sey.
Was hatte man nicht den Reden dieses Ausländers,in welchem nicht mehr ein Tröpfchen deutschen BlukcSstießt, der allen deutschen Sitten durchaus fremd gewor-den ist, und überdieß noch einige merkliche Verstümme-lungen ans der napoleonischen Zeit recht sichtbar an sichträgt — mit allem Fug entgegnen dürfen? Und waswäre man berechtigt von den Deutschen zu denken, wel-che, ohne sich in Deutschland selbst nach jenem deutschenStamme umzusehen, solche Reden in treuherzig gutemGlauben aufgenommen und sich sogleich an den Wagenjenes Franzosen gespannt hätten, um denselben alsden wiedergefundenen alten Landsmann jauchzend nachDeutschland hineinzufahren?