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Betrachtungen über die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit der Gerechtigkeitspflege
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verhandelt und gepriesen worden; so wenig wurdenandere große Fragen, welche bei Einführung einer neuenweituinfasseiiden Staatseinrichtung eben so wict'lig,aber noch um Vieles schwieriger sind, als die Anprei-sung ihrer Vortrefflichkeit, nämlich die: ob und wie

sie der einmal bestehenden Ordnung einzufügen? wel-che Abgründe zu füllen, welche Berge zu ebnen, wiejenes und dieses möglich zu machen sey, um für denneuen Prachttcmpcl sichern Grund und Boden zu gewin-nen? dieses und anderes wurde meistens entwederganz mit Stillschweigen Übergängen oder nur mit lei-sem Finger berührt.

Gilt es blos, für einen Gegenstand Parthei zu ge-winnen , oder (wie man im gemeinen Leben spricbt) dieSache durch zu setzen; so kommt man mit Unwahrheitund Uebertreibung oft weiter als mit der besonnenenWahrheit, mit schlechten grell in die Augen treffendenGründen weiter als mit den guten, die meistens in Tie-fen liegen bis zu welchen die Augen der Menge nichtreichen. Die Unwissenheit widerspricht selten und istschnell in glauben: sind dann noch überdieses Tags-mcinnngcn, Leidenschaften und Vorurkheile auf waSimmer für eine Weise für die Sache gewonnen; sosteht derselben bald ein laut lärmendes Heer zur Seite,dessen zusammenkönendcs Fcldgeschrei tiefer und kräfti-ger in das Leben eindringt, als Gründe der lauterenunbefangenen Wahrheit. Wohl ist eS eine alltäglicheErfahrung, daß das Wahre, Rechte und Gute selten,oder nie mit seinen eignen Kräften unter den Men-schen den Sieg gewinnt; daß dasselbe fast immer erstdnrch die Bundcsgcnosscnschaft mit der herrschenden Ge-meinheit sein Ziel erreicht, nachdem es sich durch ge-

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