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Durch die stille Arbeit nichrer Jahrhunderte wur-de, unter Begünstigung der Buchdrucker-kunst, allmäh-lig jene große Umwälzung im Reiche der Geister her-beigeführt, welche, lange unbemerkt, über den größtenTheil der europäischen Welt sich verbreitet,, mächtigalle Seelen ergriffen, und nicht in Worten nur, son-dern auch in großen Begebenheiten und in gewaltigen,leider oft blutigen Thaten ihr Daseyn unzweifelhaftverkündet hat. Die ehrwürdigen, von Jahrhundertzu Jahrhundert fortgeerbtcn , durch Besitz 'und Gewohn-heit geheiligten Meinungen, welche so lange den un-erforschten Grund der Staatsgewalt mit glänzendemSchleier bedeckten, sind untergegangen, und mit ihnendie Hauptstützen, welche die Staatsgebäude in ihrerbisherigen Gestalt getragen haben. Denn nur dieMeinung, nicht die Gewalt, die selbst wieder eineMeinung voraussetzt, bildet die Tragsteine und Säu-len in dem Gebäude seder Staatsverfassung (2). Wasaber sonst im heiligen Dunkel der Gefühle sich ver-barg, steht setzt von der Geschichte und Vernunftbeleuchtet, in Hellem Tageslicht; was sonst der bloßeGlaube fromm bewahrte, hat längst der forschendeVerstand in sein Gebiet gezogen; und klare festbe-stimmte Ansichten über die Natur der Staaten, überRegcntenpflichten und Bürgerrechte, über die Grenzender Staatsgewalt und über die Mittel, jene GrenzenLurch Verfassung zu bewahren, sind aus ten stillenZimmern des Denkers, als Gemeingut Aller, in die
(2) Dieses hat Hume in seinen politischen Versuchen,Deutsche Uebers. Seite 230 — 238. unbestreitbar erwiesen-