Druckschrift 
Die Bestimmung des Menschen
Entstehung
Seite
319
Einzelbild herunterladen
 

selbst znsügts; wäre Unglaube und Mißtrauengegen jenen Willen. Es soll mir nie cinsallen,statt Seiner die Welt regiere» zu wollen, dieStimme meiner beschrankten Klugheit stattseiner Stimme in meinem Gewissen zu hören,und den einseitigen Plan eines kurzsichtigenEinzelnen an die Stelle seines Plans, derüber das Ganze sich erstreckt, zu sehen.Ich weiß, daß ich dadurch nothwendig ausseiner Ordnung, und ans der Ordnung allergeistigen Wesen heraus fallen würde.

So wie ich Liese höhere Fügung durch Ruheund Ergebung ehre, eben so soll ich die Frei-heit andrer Wesen außer mir in meinem Han-deln ehren. Es ist nicht davon die Frage: wassie nach meinen Begriffen thun sollen, sonderndavon, was ich thun darf, um sie zu bewegen,daß sie cs thun. Aber ich kann unmittelbarnur auf ihre Ueberzeugung und auf ihren Wil-len wirken wollen, soweit die Ordnung der Ge-sellschaft, und ihre eigne Einwilligung cs verstat-tet; keinesweges aber ohne ihre Ueberzeugung