Druckschrift 
Die Bestimmung des Menschen
Entstehung
Seite
278
Einzelbild herunterladen
 

ihm nm Sinne mangelt, wodurch man dc«Realität desselben ergreift; er ist ein Blinder,der auf einige historisch gelernte wahre Sähevon den Farben, eine durchaus richtige Theoriederselben gebaut hat, ohnerachtet cs für ihngar keine Farbe gicbt; er kann sagen, wie esunter gewissen Bedingungen scy» müsse;aber ihm ist cs nicht so, weil er unter diesenBedingungen nicht steht. Den Sinn, mitwelchem man das ewige Leben ergreift, erhältman nur dadurch, daß man das Sinnliche unddie Zwecke desselben wirklich aufgicbt, und auf-opfert für das Gesetz,, das lediglich unser»Willen in Anspruch nimmt, und nicht unsreThatcn; es aufgicbt, mit der festen Ueborzcn-gung, daß dieses Verfahren vcrnunftmäßig,und das einzige vernunftmaßigc scy. Erst durchdiese Vcrzichtleistung auf das Zrdifche trittder Glaube an das Ewige hervor in unsrerSeele, und wird isolirt hingestellt, als die ei-nige Stütze, an die wir nns noch halten kön-nen, nachdem wir alles andere aufgegcben, —