Druckschrift 
8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
496
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Verachtung oder Beneidung, die Ueppigkeit und daS die rings-umher verschmachtende Armuth verspottende Wohlleben derReichen und Großen, die Verhöhnung der Bürgertugend, dieVerspottung des religiösen Sinnes wieder laut wird, unv dieNation, nur auf Genuß und Geld und Ueppigkeit erpicht, ihrerEhre uneingedenk wird, der gefallenen Schlachtopfer vergißt,frevelluftigen Witz für Weisheit nimmt, und sich selbst verweich-licht. Wahrlich, eine solche Nation ist zu neuen Ucbeln, zu neuerSchmach, zu neuen Kriegen reif! Ist dir der Friede thcuer,bewahre, vette ihn vor neuem Untergang. Er kann aber nurerhalten werden durch die gleichen Mittel, welche ihn gewonnenhaben. Verdankt ihn dein Volk nur der Macht von Bundes-genossen, und nicht eigener Kraft; so zittere, daß die Stutzebald breche. Denn vergiß nicht, Bundesgenossen sind Menschen,und ihre Entschlüsse sind noch unzuverlässiger, als ihr Leben.Verdankt ihn dein Volk nur der Entkräftung des Feindes, sozittere, daß der geschwächte Feind nach wenigen Jahren Ruhesich erholt hat, und in einer Zeit, welche deinem Volke viel-leicht die ungelegenste ist, wo es sich aller Sorglosigkeit preisgegeben hat, mit verstärkter Gewalt hervorbricht, die unver-gessene Schmach zu rächen.

Wir können uns nur des Friedens und seiner Dauer undseines Ruhms freuen, wenn der Krieg die Grundfehler der Nationvertilgt hat, gleichwie ein Sturmwind die Luft von giftigenDünsten reiniget, und statt derselben sich neue Tugenden offen-baren, welche ein Schild der öffentlichen Glückseligkeit werdenkönnen. Gerechtigkeit erhöhet ein Volk!

Und der Gerechtigkeit Frucht, so spricht die heiligeSchrift, wird Friede sein; und der GerechtigkeitNutzen wird ewige Stille und Sicherheit sein,daß meinVolk in Häusern desFriedens wobnenwird, in sich ern Wohnungen und in stolzer Ruhe.(Jcs. 32, 17. 18.) So redet Jesaias, der Prophet. So redetweissagend die Weltgeschichte noch heute zu den Nationen.

Jeder Einzelne im Volke hat die Pflicht, den Frieden zuretten und dauerhaft zu machen. Nicht die Macht der Könige,