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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
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Und doch freue auch ich mich des Friedens. Nein, nichtdeswegen, weil nun mein und der Meinigen Leben um Vielesbeschützter gegen den TodrSpfeil ist ; oder weil mein Haus undGut, mein Vermögen geborgener wäre; oder weil ich nun neueAussichten zur Erreichung verschiedener angenehmer Wünscheund rum Genuß sehr fröhlicher Tage habe; nein, deß freue ichmich nicht, denn meine Hoffnungen können mich in den Stundendes Friedens eben so bitter betrügen, als mich oft während derKriegszeiten Furcht und böse Gerüchte getäuscht haben.

Aber wie nach einem Gewitterregen alles Land fruchtbarerwird, so ist nach jedem verheerenden Kriege alles Volkfreudiger zur Tugend, zur Gerechtigkeit, zur Eintracht, zurgegenseitigen Hilfe, zu menschenfreundlichen Unternehmungen.Es ist keine geringe Seligkeit, unter bessern Menschen zuleben, die durch schwere Schicksale von alten Fehlern gereinigtwurden. Wehe, wenn ein Volk durch die Ungeheuern Leidender Vergangenheit ungewarnt in die vorige Erschlaffung,Zwietracht und Sclbstsüchtigkeit zurücksänke, oder sich noch garnicht von diesen Untugenden erhoben hätte! Es wäre einesneuen, eines grenzenloser» Unglücks würdig, als dasjenige war,aus welchem es durch die Vorsehung Gottes gnadenvoll gerettetworden ist.

Nichts Anderes, als des Volkes große Tugend, macht desVolkes Glückseligkeit, und nur insofern die öffentliche Glück-seligkeit auf daS Wohlsein eines jeden Einzelnen angenehmenEinfluß übt, ist der Friede ein würdiger Gegenstand der Freudealler einzelnen Haushaltungen. Freue dich aber nicht desFriedens, wenn du wahrnimmst, daß noch der alte bittereN-ationalgroll unversöhnbar fortwüthet; freue dich nicht desFriedens, wenn du wahrnimmst, daß der Krieg noch immer nichtdie große Mehrheit der Bürger, der Hohen wie der Niedrigen,vom Laster der Selbstsucht losgekettet und Eintracht aller Stände,Gemeinsinn, herzliche Vaterlandsliebe, fröhlichen Gehorsamgegen Gesetze und Ordnung, herrschend gemacht hat. Freuedich nicht des Friedens, wenn du wahrnimmst, daß nun, wievor Zeiten, der alberne Rangstreit der Stände, die gegenseitige