0 Gott, o Vater Aller, hast es mir beschirmt und erhalten,nicht daß ich es gefühllos verzehre, sondern zur Verminderungvon meiner Brüder Leiden anwende. Elend ist weit und breit;die schönste aller Tugenden zu üben nirgends Mangel. Auf denn,so werde mir das Opfer, welches ich schuldig bin, nicht zuschwer! — Ich will helfen nach meinen Kräften. Ich will ent-behren, um reichlicher austheilen zu können. Muß ich erst indie Ferne schauen, um Leidende zu finden? Nein, die Nächst-wohnenden sind meine Nächsten. Ihnen gehöre ich zuerst. Ichwill nicht fragm: Geben Andere vcrhältnißmäßig so viel alsich? sondern : Was kann ich ermangeln und mir absparen, ummir das reinste Seelcnvergnügen zu erkaufen?
Ach, Gott, dies soll keine vorübergehende Rührung sein,sondern ein fester, ruhiger Wille! Gib mir, o Geist der Heiligung,Deine Gnade, daß ich muthig sei wider mich selbst, wenn meineBequemlichkeiten, meine überflüssigen und doch gewohnten Be-dürfnisse mich wankend machen wollen in diesem Jcsusstnn, dermich durchdringt. Ja, mein Heiland, ich will, wie Du, michselbst verläuzncn, Dir würdig zu folgen. Amen.