üppigen Gastmähler, an welchen kostbare Speisen dampfen undtheure Weine verschwenoerisch ausgegossen werden, sind einHohn der leidenden Menschheit; denn unfern von euch seufzennoch Hungernde, die ihr letztes Broo mit Thränen netzen. DieUeppigkeit euerer Gewänder und Moden, für die ihr großeSummen vergeudet, sticht schauderhaft mit der Nacktheit derGeplünderten ab. Ihr füttert Hunde und Rosse im Ueberflusse,aber dort sind vcrwaisete Kinder, deren sich keiner erbarmt;dort schleichen verstümmelte Vaterlandsvertheidiger an Krückenund betteln um ein Gnadengehalt, sie, denen die Dankbarkeitdes Landes den Rest ihres traurigen Lebens mit Allem verschonnern sollte.
Ja, Dankbarkeit fordert uns zum Trost derer auf, derenGlück ein bcklagenswerthes Opfer für das Vaterland gewordenist. Statt unser haben sie verloren; wir sind ihnen Ersatzschuldig. Aber, wenn wir ihnen all ihr Habe und Gut zurück-stellen könnten: würden wir ihnen die schwergeduldeten Schreckenund Leiden abnehmen und ihnen Ersatz geben können für manchesUnersetzliche, um welches ihr Herz lebenslang bluten muß? —Und können wir nicht die tiefsten ihrer Wunden heilen, so lassetuns wenigstens Balsam auf die leichtern gießen. Gebet demDürftigen Nahrung, dem Nackten Kleider, dem GeplündertenHausgerath, dem verarmten Arbeiter neues Werkzeug. Machetden Verstümmelten zu eucrm Pflegling, den Wohnungslosen zueuerm Hausgenossen, die Warst zu euerm Kinde.
Was vaterländische Erkenntlichkeit fordert, ist das einfachsteGebot der Menschlichkeit, des Gewissens, des Ehristenlhums.Es ist nicht bloße Güte von uns, was wir denen thun, die alsOpfer des Krieges leiden, nein, es ist Pflicht. Sie haben un-fern herzlichsten Beistand nicht als Gnade, sondern als Rechtzu begehren.
O, daß ich nicht reich bin, nicht Allen helfen kann, denenich mit Trost beistehen möchte! Wie gern vergesse ich, was ichselbst im Gewittcrsturm der Kriege einbüßte, die Schrecken, dieich selbst erfuhr, die Thränen, die ich selbst weinen mußte. Ichhabe noch. Ich will mitthcilen von dem, was mir blieb. Du,