hungern. Aber haben sie denn nichts als ihr Obdach verloren?Ist denn Stillung des Hungers schon Ersatz für ihr unter-gegangenes mannigfaltiges Glück? — Keiner denke, wenn erihnen ein Almosen^sendet : nun habe ich das Meinige gethan,mögen Andere das Gleiche thun! Ach, ist denn dies AlmosenAlles, was du vermagst? Und ist immer ein Stückchen Geld,welches du eben entbehren kannst, das Beste, was du zu gebenvermagst? Siehe, wenn du dein Hab und Gut verlörest unddir nichts bliebe, und Andere um dich her verarmt wären, wiedu : das Almosen, aus der Ferne dir mitleidig zugeworfen, eswürde dir für einige Tage nützen; doch auf das kalte Stück Geldin deiner Hand würden deine Thränen nur um so heißer nieder-fallen. Ein gütiges, freundliches Mort, ein warmer Händedruckdes zarten Mitleides von einem Nebenmenschen, würde deinHerz unendlich mehr erquicken, als jenes Almosen. So thuedenn mehr, — thue Alles, was deine Kräfte gestatten! Frage ^nicht lange: wer gibt mir es wieder? oder: wer weiß, obich es nicht bald selbst nöthig gebrauche? — Siehe hinauf zumHimmel, dort wohnt Einer, der deiner auch nicht vergißt.
O Fürsten, Fürsten! könnte die Stimme des großen Elendesungebrochen in eure Paläste dringen und in eure Herzen, ihrwürdet den Purpur von euch werfen, cuern Thron von Goldentkleiden, den Prunk in Uebcrfluß schwelgender Umgebungenvon euch stoßen, und Alles euern leidenden Unterthanen,euern Kindern reichen, die euch Gott vertraute! Wenn ihrin Feldlagern mit euern tapfern Kriegern das harte Bett, dasschwarze Brod theilct, und sie begeistert, daß sie muthiger allesUngemach ertragen: o warum begeistert ihr nicht durch großeAufopferung zum Besten der Verunglückten diese, daß sie ihrElend freudiger auf sich nehmen, und das übrige Volk, daß eseuerm Beispiel folge? Wie kann ein Thron königlicher sein, alswenn ihn die Tugend von todter Pracht entkleidet, um ihn selberzu schmücken? Wo glänzt ein schöneres Fest zu euern Ehren,als wenn ein ganzes Volk Freudenthränen weint?
Euere neu aufsteigenden Paläste, ihr Reichen, entzücken nicht,so lange noch Städte und Dörfer Schutthaufen sind. Euere