sind noch, deren man vielleicht am wenigsten gedenkt, und dieunsere Theilnahme nicht weniger auffordern, als alle andern.Denn wo das Haus verbrannt ist, es kann wieder erbaut, wodie Wohnung geplündert ward, sie kann wieder gefüllt werden.Wenn nur noch die Mutter vorhanden ist, welche die armenKinder pflegen, und der Vater noch lebt, der sie alle wiederdurch Arbeit und Gebet segnen kann.
Allein da sind weite Landstriche, über welche im Gefolgedurchziehender Heere sich die schreckhafte Kriegspest verbreitere,daß die Mutter hinwegstarb vom schreienden Säugling, und derVater umkam, ehe er die Seinigen versorgen konnte; da wichder Freund schauderno vom Sterbebette des Freundes, um sichnicht zu verpesten; da sog die zärtliche Schwester im Scheide-?uß von den Lippen des erblassenden Bruders den Tod; da kamenLm hohen Pflichtgefühl menschenfreundliche Aerzte, zu retten,und gingen vergiftet heim, um selber ohne Rettung zu sterben;da heulten täglich die Todtenglockcn durch die Fernen, alsflehten sie das Mitleiden drr Menschheit und des Himmels fürdie unseligen Ortschaften an. Aber es starben Greise, hoff-nungsvolle Jünglinge, treue Gattinnen, fleißige Hausväter.Vieler Orten wurden der Menge der Tobten die Begräbniß-plätze zu klein. Ein Theil der Menschen rang in Fiebern zwischenTod und Leben, während ein anderer zur Gruft geführt ward,und die übrigen verwaiset und trostlos vor gleichem Schicksalzitterten, oder verzweiflungsvoll es sich wünschten, um baldüberstanden zu haben. Auch sie waren Opfer für das Vater-land! — O, wie viele heiße Thränen flössen da! Oft noch,was der Ansteckung der Seuche entrann, erlag wieder unter derschadenfrohen Grausamkeit der Kricgeöbanden. Da ist Armuth,da ist Hilflosigkeit, da sind Wittwen, da sind unerzogeneWaisen! Wer will ihr Vater sein?
Spreche Keiner: für sie muß der Staat sorgen. Wohl kannder Fürst des Landes Steuern und Abgaben ausschreiben, umden Beraubten einigermaßen zu helfen; er kann ihnen das Wie-deraufoauen ihrer Wohnungen erleichtern; er kann Vorraths-häuser öffnen, daß sie Nahrung empfangen, um nicht zu ver-