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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
475
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Leben ruft, dessen Hauch den Trotz gewaltiger Heere vernichtetlenke Du das Gemüth der Völker, den Geist der Fürsten. SendeDeinen Friedensengel in die trauernd- Welt!

Es fleht zu Dir die Angst der Nationen, versammelt in allenTempeln um alle Altäre. Sie erkennen, o Herr, daß Du nurder Herr bist, und kein Gewaltigerer, als Du.

Und die verlassene Wittwe betet zu Dir einsam in ihrerKammer. Ach, ihr Gebet voll Inbrunst, ihr Seufzer fordertnichts für sich selbst. Würde heute der Todesengel ihr erscheinen,das Ende ihrer trauervollen Tage zu bringen, freudig würde sieihn anblicken. Aber ihr Muttcrherz blutet; Du gabst ihr diesHerz voll treuer Zärtlichkeit um ihre Kinder; Du selbst, Urquellder Liebe, beseeltest sie mit den heißen Gefühlen der Liebe fürdie, welche sie mit Schmerzen gebar. Das Vaterland forderteihre Söhne in den blutigen Kampf für des Vaterlandes Glückund Sicherheit. Sie weiheten sich oer ernsten heiligen Pflicht,um das Wohl ihrer Mitbürger zu streiten, und, soll es sein,für dasselbe zu sterben. Entschlossen stehen sie dort. Die Mutterweint um das schwere Opfer; sie brachte es gern, wenn gleichmit blutendem Herzen; gern, weil die Pflicht gebot. Aber auchdie Mutterpflicht will ihr Genüge; die Mutterliebe schroit lautum die Vermißten. Erbarmer, sei Du ihr Schild am Tag- derNoch und Gefahr! Allmächtiger, rette Du sie, daß sie nocheinmal heimkehren zu den verlassenen Wittwen, noch einmal andie Brust der Mutter sinken; dann wird sie mit Entzücken ihregetröstete Seele ausathmen. Gib Frieden auf Erden, daß sichdie Gebeugten wieder emporrichten, und die Verzweifelnden sichwieder Deiner freuen, und rufen: Wir müssen leiden, aber dieHand des Höchsten kann Alles ändern! (Pf. 77, 11.)

Es wüthet das mörderische Schwert des Krieges von Landzu Land. Die Freude droht sich aus dem Leben zu verlieren.Millionen wurden in diesen Tagen des allgemeinen Unglücksgeboren, um ihr junges Leben auf den Schlachtfeldern wiederauszubluten. Millionen erblicken mit dem ersten Tageslichtzugleich die Sorgen und Thränen der Acltern; ach, sollen sienie das schöne Stillleben des Friedens schmecken?