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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Gott, welch ein empörendes Schauspiel, Deine Erschaffenenzu sehen, sich gegenseitig Gefangenschaft, Wunden und Tod zubereiten! Kinder eines Vaters zu sehen, die, alle Gefühle derBruderliebe verbannend, nur in bas Leben gerufen zu seinscheinen, um sich gegenseitig wieder aus demselben zu vertreiben!Menschen zu sehen, die aus entfernten Weltgegenden widereinander rennen, um sich abwechselnd zu verstümmeln, zu ver-nichten, ohne sich einander je gekannt, noch weniger beleidigtzu haben! Aber das Schlachthorn ruft: der Donner des Ge-schützes brüllt. Voll geheimen Schauers rücken die Schaarenwider einander, sich den Tod zu geben. Tausend und tausendHerzen pochen bange und in den bleichen, starren Gesichternruht schwer die Erwartung des Feindes und der tödtlichcn Kugel.Noch mancher Seufzer der Kämpfenden fliegt zurück in die stilleHeimath; noch mancher Gedanke, schnell und flüchtig, ruft dengreisen Vater, die stumm leidende Mutter, die hoffnungsloseBraut, die weinende Gattin, die unschuldigen Kinder, dietrauernden Geschwister an. Aber im Geräusche des Treffen-verfliegen die Erinnerungen. Schrcckenvvll ergreift die Gegen-wart. Um Leben und Sieg ringt jeder Arm. Die Gleichgültig-keit gegen das Leben verwildert zur lebensvernichtenden Wuth.Mordlust funkelt aus dem stieren Blicke der Kämpfenden. Mannstürzt neben Mann, vom Schwert uns Todesspeer getroffen. Nie,mand sieht die Leichname der Brüder, nur den Lebenden noch,der gegenüber droht. Das wilde Roß zerstampft mit seinemHufe die Gebeine seines eigenen Herrn. Die Flammen des Ge,schütze- füllen das Auge, donnerndes Getöse das Ohr. Derletzte Seufzer des Sterbenden wird nicht gehört. Das Jauchzender Ueberwinder mengt sich in den Angstruf der Flüchtenden,bis Beider Geschrei in der Stille der Nacht verhallt, und dieHeere den blutigen Wahlplatz verlassen.

Welch ein schreckenvoller Anblick, das öde Feld der Schlacht,wo der Sieger seine Ehre, sein Glück nach der Menge der hin-gewürgten Brüder berechnen soll! Unglückliche, die noch ver-stümmelt leben, beneiden den Tod derer, die zerschmettert vorihnen liegen. Blutende ermannen sich noch einmal aus der Ohn-

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