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für uns allein, sondern für die Enkel. Die Weisheit und Thor-heit, das Glück und Unglück der Gewesenen ist der Spiegel desUnterrichts für die nachfolgenden Geschlechter.
Aus diesem erhabenen, des Christen würdigen Standpunktmuffen wir das Unglück der Zeiten betrachten. Wer aber nichtchristliche Herzensgröße genug hat, sich zu dieser hohen Ansicht zuerheben, der stehtunten trost- undrathlos im Finstern; dem ist seinLeib und dessen Wohlergehen Alles, sein Geist das Wenigste —er ist in der That der Einzige, der wahrhaft unglücklich ist, nichtweil er es sein muß, sondern weil er es sein will.
> Ja, der Gedanke an die nachkommenden Geschlechter, unddaß wir nicht für uns, sondern auch zu ihrem Besten leiden,muß und soll uns sehr beruhigen. Wie in der ganzen SchöpfungAlles ein einziges Ganzes ist: so ist auch die gesammte Menschheitseit Jahrtausenden nur eine zusammenhängende Kette von Wesenedlerer Art, und alle Völker von heute sind nur ein einzelnesGlied in dieser Kette.
Das Unglück der Zeiten, wahrlich, es wird nicht ohne Wir-kungen für die bessere Zukunft des Menschengeschlechtes sein!Doch voreilig wäre die Frage: worin diese Wirkungen bestehenkönnen. Als unsere Vorfahren in Deutschlands Wäldern noch inThierfellen einhergingen, ihren Abgöttern Menschen zum Opferschlachteten, und jeden Zwiespalt unter sich durch mörderischeKeulen endeten : wer hätte ihnen die Wirkungen ihres mannig-fachen Elendes, ihrer Kriege und blutigen Niederlagen, ihrerTheurungs- und Pestzeiten Vorhersagen können? Wer hätte ihnensagen können, daß einst an der Stätte grausenvoller Wildnisse,von reißenden Wölfen und Bären bewohnt, prachtvolle Städte,lachende Dörfer liegen würden? — daß auf den Stätten, wovom Altar ihrer Götzen das Blut geopferter Menschen floß, demeinzigen Gott, dem allmächtigen Schöpfer, Tempel erhoben unddie Offenbarungen Jesu verkündet werden würden?
Die Wirkungen des Zeitenunglücks für Völker und ihre Nach-kommen sind eben so wenig zu berechnen, als die wohlthärigenFolgen, welche oft für einzelne Menschen aus ihren scheinbarunersetzlichen Verlusten nachher entstehen. Millionenfache Ereig-