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haben, hofften sie ihr Heil von Wundern und Möglichkeitenaller Art. Sie waren den römischen Kaisern unterthänig, alsJesus Christus in ihrer Mitte geboren ward, und jauchztendiesem das Hosianna nur, weil sie hoffien, er werde der Messiassein, der Davids irdisches Reich wieder siegreich Herstellen könne.Umsonst deutete Christus auf die Quellen des Verderbens imVolke hin. Man verstand ihn nicht mehr. Darum rief er aufdem Todtengange : Ihr Töchter Jerusalems, weinet nicht übermich, sondern über euch und euere Kinder! — Und kaum vierJahrzehnde später ward Jerusalem vom Römcrschwert zerstört,das Volk in alle Welt zerstreut. Denn die Sünde ist der VölkerVerderben.
Griechenland blühte lange Zeit herrlicher, denn alle andernNationen, durch die Weisheit und den Edelsinn seiner Einwohner.Als hier noch Wohlleben und Rcichthum nichts, aber die Tugendender Männer, die Zucht der Weiber, der vaterlandsliebendeGemeinsinn Aller, Alles galten ; als hier noch die Wohnungender Bürger einfach, aber die gottesdienstlichen Tempel köstlichwaren ; als hier noch ein Kranz von Zweigen das Verdienstschöner lohnte, als späterhin goldene Bildsäulen und Ehrentiteles konnten; als es noch glorreicher war, für das Vaterland denherrlichsten Tod zu sterben, denn im Vaterland als Unterdrückeroder Diener des Unterdrückers im Ueberflusse zu leben — dawar Griechenland groß, und was dies Volk gerhan, ist nochder Segen des heutigen Jahrhunderts. Gerechtigkeit erhöhetrin Volk!
Aber dieses erlauchte Volk verlor allgemach die Sittenstrengeder Alten; bald die Eintracht; bald die Ehrfurcht vor Gesetzen;bald die Liebe des Vaterlandes; bald die Gerechtigkeit gegen andereunschuldige Völker. Da trat der Fluch der Sünde heran. Umsonstwar der Muth der Einzelnen ; die Menge war zwiespältig undfeige. Umsonst war die Sehnsucht nach der alten Freiheit; eswar kein Herz mehr derselben würdig. Die Sitten waren ver-derbt; die Religion war voller Zweifel und Unglauben. So fandPaulus, der Apostel, dies Volk in römischer Botmäßigkeit, alser nach Athen kam, nach Ephesus, nach Korinth. — Es war